Niedernkamp 4 (Heiden)

Aus lippe-haeuser-wiki.de
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Niedernkamp 4 (Heiden)
OrtsteilHeiden
StraßeNiedernkamp (Heiden)
Hausnummer4
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHeiden
Straße,/,
Hausnummer116

Das Gebäude, die ehemalige Mühle, hatte früher die Haus-Nr. 116 in Heiden.

Geschichte

Niedernkamp 4, Heiden, Mühle, Foto Privat, ca. 1920

Die Hausstätte Niederkamp 4 / vor 1970 Mühlenweg 8 / Heiden Nr. 116 ist die ehemalige Mühle in Heiden. Bezüglich der Mühle wird im folgenden Bezug genommen auf die Ausführungen von Hüls, Heiden in Lippe,1974. Im Zusammenhang mit den Angaben zur Volkszählung von 1776 erwähnt Hüls, dass der Herrschaftliche Müller zum eximinierten Personenkreis gehört, somit nicht mitgezählt wurde. Weiter führt Hüls aus:

„Zuerst belegt ist die Heidensche Mühle 1386. Am 3. Juni jenes Jahres verpfändet Friedrich de Wend die Mühle zu Heiden an die von der Borgh.     1396 nimmt de Wend weiteres Geld auf die Mühle auf. Der „Molnere to Heden“ ist einer der Geschädigten der Eversteiner Fehde (etwa 1409). Wohl im Rahmen der landesherrlichen Territorialbildung ging die Mühle dann in den Besitz des  Landesherrn über. Die Landesherrschaft verpachtet die Mühle nach Meierstattsrecht.“  [1] 

In der Vogtei Heiden ergibt sich im 18. Jahrh. aus der Aufteilung in mehrere Mahlbezirke, dass die Herrschaftliche Mühle Heiden den Mahlzwang für die Bewohner in Heiden, Bentrup, Hedderhagen, Heßloh, Niewald und Bremke ausübt. [2]

Niedernkamp 4.1, Mühle, Foto Privat 1934
„Als Gewerbebetrieb bestand bis 1971 die Heidensche Mühle, die ehemals landesherrliche Mühle. Sie wurde von der fürstlichen Domänenverwaltung kurz vor der Jahrhundertwende für 7800 Mark an den Müller Otto abgetreten. Der aus Farmbeck stammende Müller Becker kaufte die Mühle … im Mai 1900. Nach Abtragung aller Schulden ging die Mühle 1934 endgültig in den Besitz der Familie Becker über. Sie erstellte 1935 ein neues Mühlengebäude.“ [3]  Im Jahre 1971 wurde der Betrieb der Mühle in Heiden eingestellt. 

Gebäude

Die ehemaligen Mühlengebäude in Fachwerk, die auf einem Foto abgebildet wurden, sind im Urkatasterplan von 1883 ebenso eingetragen, wie ein westlich in ca. 8 m Abstand bestehendes weiteres Gebäude, vermutlich ein landwirtschaftliches Nebengebäude, das ebenso wie die Mühlengebäude abgebrochen wurde und einem Neubau Platz gemacht hat.

Niedernkamp 4.02., Mühle, Foto Privat 1935

Als in 1935 neue Mühlengebäude erstellt wurden, hat man zuerst ein neues Wohnhaus gebaut. Auf hohem Bruchsteinsockel wurde ein großes massives zweigeschossiges Gebäude mit Walmdach erstellt. Das Haus erhielt eine schlichte Fassade mit glatten Außenputz (Spritzputz) und einem umlaufenden Gesims in Brüstungshöhe der Obergeschossfenster. Die Fenster zur Straßenseite sind in beiden Etagen als Doppelfenster ausgeführt worden, im Obergeschoss mit Klappläden. Der Hauseingang, der über sieben Stufen erreicht wird, liegt in einem Anbau an der Westseite mit Balkon darüber. Über dem Balkon im Dach befindet sich ein Giebel-Dachaufbau. Der Anbau der neuen Mühle, eines hohen und massiven Gebäudes erfolgte 1935, die Jahreszahl ist im Putz an der Ostseite markiert.


Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Drei der Mühlenpächter werden bei Hüls genannt:

1703: Barthold Avenhaus [4] ;

1737-1738: Töns Avenhaus [5] ;

1829: Ameling [6]


1901[7] Becker, Ernst, Müller

1926[8] Becker, Gustav, Müller

Literatur

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar S.83
  2. Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar S.95
  3. Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar S.269
  4. Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar S.83 ff
  5. Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar S.84
  6. Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar S.173
  7. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat S.259
  8. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat S.732

Autor*innen

Lothar Kaup

Seitenhistorie

Seite erstellt am 23.02.2026 von Lothar Kaup

Letzte Änderung am: 23.02.2026 von Lothar Kaup