Mönkebergweg o. Nr. (Brokhausen)

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Mönkebergweg o. Nr. (Brokhausen)
OrtsteilBrokhausen
StraßeMönkebergweg (Brokhausen)
Hausnummero. Nr.
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeBrokhausen
Hausnummer001

Binnenkotten des Hofes Potthoff Nr. 1 "auf dem Bohlen", gegründet 1829. Die Kötterstätte lag in der Feldmark in der Nähe des Mönkebergweges. Die Gebäude wurden 1981 abgebrochen, die Stätte wurde nicht wieder bebaut.

Kotten auf dem Bohlen, Lageplan nach Urkataster 1880. Zeichnug: Stiewe 1984

Geschichte

Die Entstehung des Binnenkottens "auf dem Bohlen" ist durch einen Nachtrag vom 22. August 1829 im Salbuch von 1782 dokumentiert: "Auf dem Hudeland VI 1 hat Potthof einen Bauern-Kotten erbaut & dazu 1/2 Schfl. Saat Land zum Garten angewiesen, prästirt davon an die Landesherrschaft: 1 Köttertaler, 3 Handburgfestdienste, 1 Rauchhuhn."[1] Mit "Hudeland VI 1" ist ein Stück Weideland am Nordrand der Brokhauser Gemeinheit, der Mesch, gemeint, das 1728 von Friemel als der "bihlen Kamp" bezeichnet wird und seit dem Salbuch von 1782 "auf dem Bohlen" genannt wird.

Das armselige Gehöft dokumentiert auf anschauliche Weise die ärmlichen Wohnverhältnisse der Pachtkötter, Einlieger oder Heuerlinger und ihrer Familien, die oft nur eine Ziege besaßen und von dem wenigen Pachtland (1 Scheffelsaat!) und ihrer Arbeit auf dem Hof ihres Verpächters ein bescheidenens Dasein fristen mussten.

Gebäude

Kötterhaus, erbaut ca. 1829. Kleiner Dreiständerbau, Fachwerkbau mit Brettergiebeln und zwei seitlichen Abseiten. Schmale Durchgangsdiele, am Ende stark verrußter Herdraum mit Räucherbühne, rückwärtige Bruchstein-Feuerwand mit Spuren eines angebauten Backonfens. Das Kötterhaus wurde vermutlich 1829 unter Verwendung älteren Bauholzes in einfachster Form errichtet. Bereits im Hofinventar von 1883 wird das Kötterhaus als "baufällig" bezeichnet, es war aber noch bis 1975 von zwei alten Schwestern bewohnt, die ältere war Schneiderin, während die jüngere als Tagelöhnerin gearbeitet hatte. Sie hielten eine Kuh und mehrere Gänse.

Brokhausen, Hof Potthoff, Kotten auf dem Bohlen. Kötterhaus, ca. 1829, Ansichten und Querschnitt. Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1980
Kotten auf dem Bohlen, Kötterhaus von 1829. Längsschnitte und Grundriss. Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1980.
Kotten auf dem Bohlen, Foto um 1950

Stallgebäude, Obergeschoss eines zweigeschossigen Speichers aus dem 16. Jahrhundert. Gefüge aus kräftigen Hölzern, Wandständer mit gekehlten Kopfbändern zu den Deckenbalken und zum Rähm verstrebt. Dachtraufen und Rückgiebel auf gekehlten Taubandknaggen vorkragend. Das kleine Nebengebäude wurde abgetragen und auf einem Privatgrundstück bei Borgholzhausen wiederaufgebaut.

Kotten auf dem Bohlen, Nebengebäude, ca. 1829. Wiederverwendetes Gefüge eines Speichers aus dem 16. Jahrhundert. Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1980
Kotten auf dem Bohlen, Nebengebäude. Taubandknagge des späten 16. Jahrhunderts. Foto: Stiewe 1980

Inschriften

Die Gebäude der Kötterstätte trugen keine Inschriften.

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Pachtkotten des Hofes Potthoff Nr. 1, an Einlieger oder Heuerlinge verpachtet.

Literatur

  • Wilhelm Hansen, Hauswesen und Tagewerk im alten Lippe. Ländliches Leben in vorindustrieller Zeit, Münster 1982, S. 58f.
  • Heinrich Stiewe, Lippische Bauernhöfe des 16.–19. Jahrhunderts (Schriften des Lippischen Landesmuseum, hg. v. Friedrich Hohenschwert; 1), Detmold 1985, S. 66f. und 84-86.

Quellen

LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher) Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1603ff.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher) Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1603ff.

Autor*innen

Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 26.07.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 27.07.2026 von Heinrich Stiewe