Hilgenstuhl 25 (Hörste)

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Hilgenstuhl 25 (Hörste)
OrtsteilHörste
StraßeHilgenstuhl (Hörste)
Hausnummer25
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHörste
Hausnummer022

Kötterstätte in Einzellage vor dem Berg Hilgenstuhl auf einer Rodungsinsel im Wald bei Hörste, alte Hausnummer 22. Die Bewohner der 1781 als Hoppenplöcker eingestuften Stätte hießen Hilgenstöhler.

Geschichte

Die Kötterstätte auf dem Hilgenstuhl wird 1627 erstmals erwähnt. [1] Der Name stammt vermutlich aus vorreformatorischer Zeit und bezieht sich auf einen hölzernen Bildstock mit einem Heiligenbild, niederdeutsch Hilgenstuhl. Im Salbuch von 1781 wird die Stätte Hilgenstöhler als Hoppenplöcker eingestuft.

Zur jüngeren Geschichte des Hofes ist in der LZ folgendes zu erfahren: "August Moritz Hilgenstöhler bewirtschaftete diesen später. Als er nach einem Sturz aus der Bodenluke starb, musste der älteste Sohn August den Hof übernehmen. Im 20. Jahrhundert war Emilie Hilgenstöhler bekannt – und zwar als Hebamme. Der letzte Hofherr konnte die Stätte nicht mehr halten. Angeblich soll er zehn Kinder gehabt haben und kein guter Wirtschafter gewesen sein."[2]

Gebäude

Wohnhaus von 1856: Dreiständer-Fachwerkbau von 1856 mit Brettergiebeln und wetterseitiger Stallabseite (Kübbung) rechts, diese in Kalksandstein-Mauerwerk erneuert. Prachtvoller Torbogen mit Inschrift in lateinischer Antiqua, Rose und Stern als Landeswappen und Torsäulen mit Vasen auf den Torständern. Nach einer Umbauinschrift wurde das Haus 1940 zu einem Betriebserholungsheim der Firma Gildemeister in Bielefeld ausgebaut. Nach jahrzehntelangem Verfall wurde das Gebäude, das zuletzt durch ein Notdach gesichert war, um 2020 abgerissen. Der Torbogen blieb erhalten.

Ruine des ehem. Wohnhauses Hörste Nr. 22. Foto: Hans-Christian Schall, 2010
Torbogen mit Hausinschrift Hörste Nr. 22. Foto: Hans-Christian Schall, 2010

Leibzucht von 1854: Später Zweiständerbau von 1854 mit massiven Außenwänden aus Muschelkalkbruchstein und Brettergiebeln, Torbogen mit Werksteineinfassung aus gelbem Teutoburger-Wald-Sandstein. Das Gebäude wurde 2018-2020 saniert und zu Wohnzwecken ausgebaut.[3]

Inschriften[4]

Umbauinschrift von 1940:

Gildemeister & Comp Akt Ges und Berg & Co GmbH aus Bielefeld / machten im Jahre 1940 für ihre Gefolgschaft / aus dem Hilgenstuhl und dem Pferdekamp einen Bauernhof

Bauinschrift von 1856:

Datierung auf dem Kopf des linken Torständers:

DEN 16. / AUGUST/ 1856

Spruchinschrift auf dem Torsturz:

O HERR WOHNE MIT UNS IN DIESEM HAUSE UND SEI UNS GNÄDICH ZEIGE / UNS DEINE WEGE UND LEITE UNS IN DEINER WAHRHEIT DEN DU BIST DER / GOTT DER UNS HILFT TAG ICH HAREN WIER DEIN BELOBET SEI DEUN HEILIGER / NAME VON NUN AN BIS IN EWIGKEIT AMENN

Name des Zimmermeisters auf dem Kopf des rechten Torständers:

MEISTER / JOBST / MEIER

Namen der Erbauer in Medaillons auf den Torständern:

HEINRICH / HILGEN / STÜHLER / ZU STAPE / LAGE UND

WILHEL / MIENE / GELLER / VON DER / PIWITS / HEIDE

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Literatur

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

Autor

Hans-Christian Schall

Seitenhistorie

Seite erstellt am 23.01.2025 von Dr. Horst Wissbrock

Letzte Änderung am: 23.07.2026 von Heinrich Stiewe