Haustenbeck Kirche (Haustenbeck)

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Haustenbeck Kirche (Haustenbeck)
OrtsteilHaustenbeck
StraßeHaustenbeck (Haustenbeck)
HausnummerKirche
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHaustenbeck
Hausnummer-

Kirche Haustenbeck

1671 begonnene und 1685 fertiggestellte Kirche. Besteht nach der Umsiedlung des Dorfes noch als Ruine. Die Ruine steht unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte

Am 3. April 1671 wurde dem entlassenen Pastor Joachim Winandt aus Heiligenkirchen "das Predigen und Unterrichten der Kinder in Haustenbeck übertragen, nicht aber das Taufen und Abendmahl." Bis 1677 mussten die Haustenbecker zur Taufe und zum Abendmahl noch nach Schlangen, wo sie auch bestattet wurden. Ein Kirchenbau wurde umgehend geplant. Am 5. Juli 1671 erhielt der Jägermeister Krecke zu Oesterholz den Auftrag "da eine kleine Kirche geplant und eine Collekte dazu bewilligt sei, fleißig auf das Baugeld acht zu haben." Der Bau begann noch im selben Jahr, zog sich aber wegen Geldmangels bis 1685. Solange wurde der Gottesdienst in Privathäusern, gewöhnlich in der Krugwirtschaft Poppe, abgehalten. Inner- und außerhalb des Landes wurden Kollekten abgehalten, so in Herford, Bielefeld, Oldenburg, Elberfeld, Minden, Hildesheim, Bremen und sogar in Holland. 1685 lieferte Claudius Bricon, Glockengießer in Steinheim, für 66 Taler die erste Glocke im Gewicht von 210 Pfund. Noch 1692 sammelte man "zur Perfektionierung der Kirche". Stifterinschriften fanden sich auf dem Altar, den Fenstern mit bunten Wappen und Namen (jetzt im Lippischen Landesmuseum Detmold), darauf u. a. die Namen der Pastoren Heinrich Benes zu Wöbbel, Christoph Simon Köller zu Langenholzhausen, Johann Heinrich Schemmel zu Schötmar, sowie Johann Meibohm und Berend Meibohm aus Bremen. 1707 wurde eine Turmuhr erworben, 1747 ein Positiv von dem Amtsvogt Meyer zu Heiligenkirchen (eine neue Orgel 1899), 1799 eine Prieche eingebaut. 1850 schenkte Pastor Meyer ein Tafelbild, das die Acht Seligpreisungen darstellte.[2] Von 80 Wappenfenstern mit Stifterscheiben von 1683 befinden sich acht im Lippischen Landesmuseum Detmold.[3] Die Orgel aus dem Jahr 1899 stammt von dem bekannten Orgelbauer Ernst Klaßmeyer aus Kirchheide bei Lemgo. Die Orgel wurde 1940 in der Kapelle in Heidenoldendorf neu geweiht und 1958 in der neuen Kirche in Heidenoldendorf aufgestellt. Die Kanzel (Spätrenaissance, Ende 16. Jahrhundert) stammt aus Heiden, sie befindet sich seit 1965 in der Kirche in Donop. Die beiden Glocken, eine war eine Stiftung von ausgewanderten Haustenbeckern in Amerika, wurden nach Heiligenkirchen abgegeben und kriegsbedingt kurz darauf eingeschmolzen. Der Grabstein des ersten Pfarrers Winandt befindet sich heute in Heiligenkirchen, wo dieser seine erste Pfarrstelle hatte. Die Kirchturmuhr wurde nach Stapelage abgegeben und dort 1955 eingebaut.

Gebäude

Kirche und Kirchhof von Nordosten, Foto: Wilhelm Pecher, um 1930 (LLB, BA SP-SCHL-1-21)
Kirche von Nordwesten, Foto: Wilhelm Pecher, um 1930 (LLB, BA SP-SCHL-1-11)
Ansicht von Süden, Foto: Hans Sprenger, 1937/39 (LLB, H SA 2,55)
Innenraum, Blick zur Kanzel, Foto: Hans Sprenger, 1937/39 (LLB, H SA 2,55)

Schlichter rechteckiger Mauerwerksbau aus Bruchstein mit Putzfassade, Eckquader. Traufseitig 5 Achsen, Mitteleingang. Halbwalmdach, eingezogener quadratischer Turm mit spitzem vierseitigem Helm. Fenster mit flachem Segmentbogen-Abschluss.

Inschriften

Auf dem Altar: Jost de Schmidt von Bremen verehret diesen Altar zur Ehre Gottes 1683.

Am Rand des Taufbeckens: „Elisabeth Wechters dis Verehret. Ich taufe euch mit Wasser, Christus aber ist's, der mit dem hl. Geist taufet. Joh. am 1.

Auf der Taufkanne: Karoline Focke. Der hat diese Kanne bei den Kellig geben. Anno 1691.

Glocken

Orgel

Inventar

Eigentümer

Kirchengemeinde Ort

Pastoren

Pastoren von Haustenbeck waren:[4]

  • Joachim Winand, 1671–1703, der 1670 in Heiligenkirchen entlassen worden war.
  • Philipp Hermann Stivarius, 1706–1712.
  • Hermann Daniel Geller, 1712–1713.
  • Johann Hermann Schröder, 1713–1717.
  • Johann Jakob Ermanius, (Bietendüwel) 1717–1718.
  • Johann Ernst Kunze, 1718–1720.
  • Johann Clüver, 1721.
  • Johann Christoph Pantze (Pandes), 1721–1722.
  • Adam Konrad Köller, 1722–1726.
  • Johann Konrad Biere, 1726–1740.
  • Johann Ernst Rudolf Schöne, 1740–1744.
  • Christian Konrad Voigt, 1744–-1749.
  • Friedrich Wilhelm Tölle, 1749–1763
  • Dietrich Henrich Clüver, 1763–1770.
  • Johann Ernst Adolf Stivarius, 1770–1777
  • Emil Volland, 1777–1778.
  • Justus Ernst Dietrich Schönfeld, 1778–1784.
  • Philipp Henrich Recker, 1784–1787.
  • Moritz Kasimir Pothmann, 1787–1788.
  • Friedrich Adolph Weßel, 1788–1801
  • Friedrich Wilhelm Christoph Schönfeld, 1802–1807
  • Johann Anton Steneberg, 1807–1808.
  • Christian Ludwig Siek, 1808–1818.
  • Ludwig Volkhausen, 1818–1826.
  • Karl Stockmeyer, 1828–1829.
  • Ludwig Friedrich August von Cölln, 1829–1835.
  • Friedrich Reinert, 1835–1845.
  • Gustav Meyer, 1845–1851.
  • Ernst Klemme, 1851–1872.
  • Karl Sauerländer, 1873–1878.
  • Hermann Melchior Reinboth, 1878–1881.
  • Heinrich Thelemann, 1883–1884.
  • Wilhelm Kligge, 1884–1915.
  • Karl Freyburger, 1917–1919.
  • Gotthilf Lübke, 1920–1925.
  • Werner Lohmeier, ab 1925.

Literatur

Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hildegard Mehrmann, Das ehemalige Haustenbeck, Lage 1993, S. 56 ff.
  2. Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, S. 401-403.
  3. Joachim Kleinmanns, 80 Stifter gaben Geld. Fenster für die Haustenbecker Kirche, in: Heimatland Lippe, 112. Jg. (2019), S. 78.
  4. Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, S. 403–409.


Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 17.08.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 17.08.2026 von Joachim Kleinmanns