Kirchhofstraße 3 (Blomberg)

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Kirchhofstraße 3 (Blomberg)
OrtsteilBlomberg (Kernstadt)
StraßeKirchhofstraße (Blomberg)
Hausnummer3
Karte
Adressbuch von 1901Ja
StraßeKirchhofstraße
Hausnummer3

Alte Hausnummer 34. Das bestehende Haus wurde zwischen 1652 und 1663 von Paul Lesemann erbaut, vermutlich Erstbebauung der Hausstätte.

Kirchhofstraße 3, Giebel. Foto: Pahmeier 1970 (Sammlung LLB Detmold)
Kirchhofstraße 3, Giebel. Foto: Herbert Penke 2012
Kirchhofstraße 3, Inschriften. Foto: Herbert Penke 2012

Geschichte

Der Erbauer Paul Lesemann hatte 1652 mit einem Freibrief das Blomberger Bürgerrecht erworben; er starb 1663, am 11. September "tot gefunden im Holze".

Gebäude

Fachwerk-Giebelhaus, zweischiffiges Dielenhaus von sieben Fachen (8 Gebinden) mit ehemaliger Diele links, erbaut zwischen 1652 und 1663. Diele im 19. Jahrhundert zweigeschossig durchgebaut, zweiflügelige Haustür mit Oberlicht, Torsturz mit Inschrift und Erbauernamen entfernt. Zweifach vorkragender Giebel, Spätrenaissance-Dekor: Stockwerkschwellen mit Schuppenmuster, Beschlagwerk und Fasen an den Kanten zwischen den Balkenköpfen; Füllhölzer mit gereihten Akanthusblättern und paarweise angeordneten Walfischen. Oben im Giebel ehemaliges Speicherfenster mit Holzladen und Lüftungsgitter, später durch vertikales Schiebefenster mit Bleiverglasung ersetzt (bei Sanierung 1988 beseitigt).

Fünf Fache langes Dielen-Vorderhaus, dahinter zwei Fache langes Hinterhaus mit Stall im Erdgeschoss und Saal (Hinterkammer) im Obergeschoss. Rechts zweigeschossiger Stubeneinbau mit breitem Sturzriegel über den Stubenfenstern, unter der Stube Tonnengewölbekeller. Im Anschluss an Stube und Kammer (3 Fache) zwei Fach lange, hohe Lucht (Herdraum) am Ende der Diele.

Inschriften

Torsturz mit Erbauernamen nicht erhalten, auf den Torständern Wappenschilde mit den Initialen PL (Paul Lesemann) und CO (vermutlich Catharina Ohrlich, nach Rolf).

Stockwerkschwelle, modern aufgemalte Inschrift:

WAS DU ERERBT VON DEINEN VÄTERN HAST ERWIRB ES UM ES ZU BESITZEN . ERBAUT ANNO 1650

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Das Haus wurde zwischen 1652 und 1663 von Paul Lesemann erbaut (Bürgerrecht 1652, "tot gefunden im Holze" 1663).

1702 Henrich Lesemann (Bürgerrecht 1683).

1776 (VZ): Kaufmann Johann Friedrich Witte (Bürgerrecht 1773), 1801 mit Familie, eine Kuh.

1825 (BK) und 1835 (VZ): Witwe Dorothea Witte.

1841 (VZ): Tischlerwitwe Friederike Schmidt mit 2 Söhnen, einem Gesellen und einer Magd.

1873 oder kurz danach Erwerb durch Gärtner Carl Gronemann aus Katlenburg bei Northeim, der 1875 die Gärtnerei auf der Niederburg pachtete ("Gronemanns Nelkengarten").

1901 (AB):

1926 (AB, S. 564): Schmiedeskamp, Wilh., Schneidermeister.

Literatur

Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996

Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise


Autor*innen

Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 05.08.2026 von Heinrich Stiewe

Letzte Änderung am: 06.08.2026 von Heinrich Stiewe