Kohlstädter Straße Synagoge (Schlangen)

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Kohlstädter Straße Synagoge (Schlangen)
OrtsteilSchlangen (Ortskern)
StraßeKohlstädter Straße (Schlangen)
Hausnummer-
Karte
Adressbuch von 1901Nein

Synagoge der jüdischen Gemeinde Schlangen. Stand bis zu ihrem Abbruch 1978 am Verbindungsweg zwischen der damaligen Hauptstraße (jetzt Kohlstädter Straße) und der 1872 fertiggestellten Detmolder Straße (früher Göbels Graben).

Geschichte

Spätestens seit 1748 verfügte die jüd. Gemeinde Schlangen über einen Betraum.[1] Er befand sich wahrscheinlich im/beim Haus des Juden Meyer, Nr. 65 (beim Dorfbrand 1904 zerstört). Da der gemietete Betsaal 1867 gekündigt worden war, baute die jüdische Gemeinde eine neue Synagoge für fast 2.000 Taler. Der Bau war bereits begonnen, als 1867 bei der Regierung die Erlaubnis einer Kollekte unter den Juden des Landes beantragt wurde. Die wurde ebenso genehmigt wie ein 1868 beantragtes Darlehen von 200 Talern.[2] Vermutlich wegen baulicher Mängel seit Beginn der 1920er Jahre nicht mehr genutzt. Nach erfolgter Renovierung ab 1923 von den 5 ortsansässigen jüdischen Familien wieder besucht, jedoch in der 1. Hälfte der 1930er Jahre endgültig aufgegeben und 1938 von Wilhelmine Dreier erworben, Umbau zum Einfamilienhaus. 1945 durch die britische Besatzung beschlagnahmt, Dreier musste 2.500 DM nachzahlen.[3]

Gebäude

Einfacher Backsteinbau. 1889 laut Feuertaxe 5.700 Mark wert. Über dem Eingang der Synagoge eine Sandsteintafel mit hebräischer Inschrift. Vorraum im Westen, Frauenempore auf 4 Pfeilern, ragte 1,70 m in den Vorraum hinein. Der hohe, über 2 Stockwerke reichende Betraum war etwa 33 m² groß und 4,7 m hoch. In der Mitte vor der Ostwand befand sich die Bima. An Nord- und Südseite Fenster, 2,30 m hoch, mit Sandsteingewänden. Entlang der Fensterwände standen die Bänke für die männlichen Besucher, Thoraschrein in der Ostwand, darüber Rundfenster mit Sprossen in Form eines Davidsterns.[4]

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Literatur

Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 341 f.

Dina van Faassen, Ortsartikel Schlangen, in Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 702-707, hier S. 705 f.

Quellen

LAV NRW OWL, L 77 A / Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung, Nr. 5036: Konzessionen von Kollekten, 1842-1896, darin u. a. Synagoge zu Schlangen, 1867.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dina van Faassen, Ortsartikel Schlangen, in Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 702-707, hier S. 705 f.
  2. LAV NRW OWL, L 77 A / Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung, Nr. 5036: Konzessionen von Kollekten, 1842-1896, darin u. a. Synagoge zu Schlangen, 1867.
  3. Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 341.
  4. Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 341.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 02.07.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 02.07.2026 von Joachim Kleinmanns