Neue Straße Synagoge (Lemgo)
| Neue Straße Synagoge (Lemgo) | |
|---|---|
| Ortsteil | Lemgo (Kernstadt) |
| Straße | Neue Straße (Lemgo) |
| Hausnummer | Synagoge |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Lemgo |
| Wohnplatz | N.B. (Nicolai-Bauerschaft) |
| Straße | Neue Straße |
| Hausnummer | - |
| Ergänzte Hausnummer | 150 |
1883 eingeweihte Synagoge der jüdischen Gemeinde Lemgo, zerstört 1938.
Geschichte
Im 19. hat es wohl schon einen Betsaal im Haus Mittelstraße 32 gegeben. Die Witwe Lenzberg stellte bis zu ihrem Tod 1865 in ihrem Haus in der Papenstraße 12 unentgeltlich einen Betsaal zur Verfügung. Unmittelbar daran anschließend suchte die jüdische Gemeinde Lemgo bei der Regierung um die Erlaubnis zu einer Kollekte für einen Neubau nach, was auch gestattet wurde, solange sich die Kollekte auf die jüdischen Einwohner des Landes beschränkte.[1] Doch erst 1883 wurde die Synagoge in der Neuen Straße eingeweiht. Ihr Bau hatte 12.000 RM gekostet. Laut ‚Lippischer Post‘ stand die Synagoge „leider an einer etwas abgelegenen Straße“, der Bau sei „ein durchaus stattlicher und in seinen inneren Räumen reich verzierter“ bewertet.[2]
In der Pogromnacht vom 9./10. Nov. 1938 wurde die Synagoge aufgebrochen und die Einrichtung zerschlagen. Am folgenden Tag ging das Gebäude in Flammen auf.[3] Die Stadt Lemgo erwarb das Grundstück für 1.650 RM. 1955 musste sie eine Nachzahlung von 1.230 DM leisten und blieb Eigentümerin des Grundstücks, auf dem sie 1987 eine Mahn- und Gedenkstätte errichtete, gestaltet von Architekt Wolfgang Michael Pax/Hannover.[4]
Gebäude
Pracht schreibt: "Das Gebäude der Lemgoer Synagoge ist bildlich nur sehr unzureichend überliefert; man kann lediglich sagen, daß es sich um ein massives, aus Hausteinen errichtetes, 125 m2 großes Bauwerk auf rechteckigem Grundriß handelte, das wohl mit einem Satteldach aus Schiefer gedeckt war. Drei durch das Gesims und Überfangbögen zusammengefaßte Rundbogenfenster an der traufständigen Straßenfassade sind auf den Photos zu erkennen. Im Westen führte eine Treppe zu der durch ein Gitter gesicherten rundbogigen Eingangstür. Die Pfeiler an beiden Ecken der südlichen Traufseite endeten oberhalb der Traufe in kugelig abgeschlossenen Aufsätzen. Photos des Innenraums existieren nicht […]. Es gab offenbar keine Frauenempore. Die weiblichen Mitglieder der Gemeinde saßen im Parterre rechts, die Männer links. Vom Vorraum hinter der Eingangstür führte eine Treppe zu einer Empore, auf der das Harmonium installiert war."[5]
Inschriften
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
Bis 1938 Lemgoer Synagogengemeinde.
Ab Nov. 1938 Stadt Lemgo.
Literatur
Klaus Pohlmann, Ortsartikel Lemgo, in Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 489-500, hier S. 483.
Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 320.
Quellen
LAV NRW OWL, L 28 / Stadt Lemgo, Nr. 131: Synagoge und Gemeindeleben, 1691-1722.
LAV NRW OWL, L 77 A / Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung, Nr. 5036: Konzessionen von Kollekten, 1842-1896, darin u. a. Synagoge zu Lemgo, 1865.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ LAV NRW OWL, L 77 A / Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung, Nr. 5036: Konzessionen von Kollekten, 1842-1896, darin u. a. Synagoge zu Lemgo, 1865.
- ↑ Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 326.
- ↑ Klaus Pohlmann, Ortsartikel Lemgo, in Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 489-500, hier S. 494.
- ↑ Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 327.
- ↑ Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 326.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 02.07.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 02.07.2026 von Joachim Kleinmanns