Tönsbergstraße 4 (Oerlinghausen)
| Tönsbergstraße 4 (Oerlinghausen) | |
|---|---|
| Ortsteil | Oerlinghausen (Kernstadt) |
| Straße | Tönsbergstraße (Oerlinghausen) |
| Hausnummer | 4 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Oerlinghausen |
| Straße | Tönsbergstraße |
| Hausnummer | - |
| Ergänzte Hausnummer | 013 |
Die erste Oerlinghauser Synagoge wurde 1801 erbaut. Das erhaltene Gebäude ist der 3. Synagogenbau. Er wurde 1893/94 errichtet.
Geschichte
Vor 1800 gab es kein selbständiges Synagogengebäude, auch wenn 1747 ein Synagogengeld erhoben und 1748 eine Synagoge in Oerlinghausen genannt wurde. Es waren angemietete Beträume, 1764 im Haus des Schutzjuden David Jacob, 1784 im Bracht'schen Haus.[1] 1800 schenkte die Witwe Gutle David ein Grundstück in der Tönsbergstraße für den Bau eines Synagogengebäudes, das 1801 aus Fachwerk erbaut wurde. Es wurde jedoch 1832 bereits als baufällig beurteilt und 1833 durch einen steinernen Neubau ersetzt, einen schlichten rechteckigen Raum von 7,50 x 10 m, mit Walmdach und je 3 Fenstern an den Längsseiten, der allerdings auch schon 1892 wieder als einsturzgefährdet begutachtet wurde. 1893/94 entstand daher auf dem Grundstück ein neuer Synagogenbau, wiederum eingeschossig und aus Bruchsteinen gemauert.[2]
Die Synagoge wurde 1938 verkauft und als Werkstatt bzw. Wohnung umgenutzt. Nach dem Novemberpogrom musste der Dachreiter der Synagoge samt Davidstern abgerissen werden. Nach dem Tod des Käufers in den 1970er Jahren erwarb die Stadt das Gebäude, an dem erste Restaurierungen vorgenommen wurden. Damals waren noch Reste der originalen Wandbemalung, die alte Eingangstür, die Nische für den Thoraschrein und die Frauenempore vorhanden.[3] Seit 1979 nutzt der Kunstverein Oerlinghausen die ehemalige Synagoge als Ausstellungsraum. Restaurierung 1985/86 durch die Stadt Oerlinghausen.
Am 8.5.1985 wurde die Synagoge als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Oerlinghausen eingetragen, Nr. 37.
Gebäude

Traufständig zur Straße, talseitig hoher Sockel. Rechteckiger Grundriss mit zwei mal drei Fensterachsen, Fassadengliederung durch Lisenen, Eingang im Westen mit Halbsäulen gerahmt. Würfelfries als Traufgesims. Segmentbogenfenster mit Werksteingewänden, Satteldach, Giebeldreiecke mit je 1 Rundfenster. Verschieferter Dachreiter mit vergoldetem Davidstern in Firstmitte.
Inschriften
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
Literatur
Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 334-336.
Heike Plaß, Ortsartikel Oerlinghausen, in: Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 566-573.
Quellen
Weblinks
Website des Kunstvereins Oerlinghausen
Einzelnachweise
- ↑ Heike Plaß, Ortsartikel Oerlinghausen, in: Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 566-573, hier S. 569.
- ↑ Website von Jürgen Hartmann.
- ↑ Heike Plaß, Ortsartikel Oerlinghausen, in: Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 566-573, hier S. 569.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 02.07.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 03.07.2026 von Joachim Kleinmanns