Lange Straße 70 (Lage): Unterschied zwischen den Versionen

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==Gebäude==
==Gebäude==
Die '''Kirche''' ist eine 3-jochiger, im Kern spätromanischer Saalbau mit Westturm und gotischem Chor, der im 14. und 15. Jahrhundert zur Hallenkirche mit Quersatteldächern erweitert worden ist. An einem Strebepfeiler befindet sich eine spätgotische Inschrift mit der Datierung 1471.
Die '''Kirche''' ist eine 3-jochiger, im Kern spätromanischer Saalbau mit Westturm und gotischem Chor, der im 14. und 15. Jahrhundert zur Hallenkirche mit Quersatteldächern erweitert worden ist. An einem Strebepfeiler der Südseite befindet sich eine spätgotische Inschrift mit der Datierung 1471, die wohl die Fertigstellung dieser Erweiterung bezeichnet. Spitzbogenfenster mit Maßwerk, an der Nordseite zum Markt zwei runde Fensterrosen, ebenfalls mit Maßwerk.  


Ein spätromanischer Kämpferstein mit Laubwerk blieb an einem Chorpfeiler erhalten. Der Chor wurde im 14. Jahrhundert mit einem gotischen Abschluss erneuert. Die Längswände des Langhauses wurden bei der Erweiterung zur Hallenkirche im 14. und 15. Jahrhundert weitgehend abgebrochen und durch Rundpfeiler ersetzt.
Zwei ältere Kämpfersteine mit spätromanischem Laubwerk (2. Hälfte 12. Jahrhundert) blieben an den Chorpfeilern erhalten. Der Chor wurde im 14. Jahrhundert mit einem gotischen Abschluss erneuert. Die Längswände des romanischen Langhauses wurden bei der Erweiterung zur Hallenkirche im 14. und 15. Jahrhundert weitgehend abgebrochen und durch Rundpfeiler ersetzt.


Das '''Pfarrhaus''' wurde 1845 nach einem Entwurf von Baumeister Ferdinand Ludwig August Merckel aus Detmold erbaut. Zweigeschossiger, massiver Traufenbau des Klassizismus mit fünfachsiger Fassade, ursprünglich mit Quaderputz (nicht erhalten) und Krüppelwalmdach. Mitteleingang mit dreistufiger Vortreppe und gerader Verdachung, zweiflügelige Haustür mit neugotischem Oberlicht.
'''Ausstattung:''' Kanzel, frühes 18. Jahrhundert; Orgel mit Prospekt von 1707 und Rückpositiv von 1947
'''Glocken:'''
 
Das '''Pfarrhaus''' wurde 1845-47 nach einem Entwurf von Baumeister Ferdinand Ludwig August Merckel aus Detmold erbaut. Zweigeschossiger, massiver Traufenbau des Klassizismus mit fünfachsiger Fassade, ursprünglich mit Quaderputz (nicht erhalten) und Krüppelwalmdach. Mitteleingang mit dreistufiger Vortreppe und gerader Verdachung, zweiflügelige Haustür mit neugotischem Oberlicht.
[[Datei:Lage, Pfarrhaus Merckel 18945.jpg|mini|Lage, ev.-ref. Pfarrhaus. Fassadenriss von Ferdinand Ludwig Merckel, 1845. Landdeskirchliches Archiv, Detmold]]
[[Datei:Lage, Pfarrhaus Merckel 18945.jpg|mini|Lage, ev.-ref. Pfarrhaus. Fassadenriss von Ferdinand Ludwig Merckel, 1845. Landdeskirchliches Archiv, Detmold]]


Das westlich anschließende '''Gemeindehaus''' ist ein eingeschossiger, traufständiger Massivbau mit neugotischen Werkstein-Fenstergewänden, Bleiverglasung und Sollingplattendach, erbaut 1929 nach Entwürfen von Architekt Gustav Meßmann, Lage.
Das westlich anschließende '''Gemeindehaus''' ist ein eingeschossiger, traufständiger Massivbau mit Sollingplattendach, erbaut 1929-30 nach Entwürfen von Architekt Gustav Meßmann, Lage. Schlichter Putzbau, Fenster mit neugotischen Werksteingewänden, links Eingang mit Kreuzgratgewölbe und Spitzbogenarkade.


==Inschriften==
==Inschriften==

Version vom 25. Juli 2026, 16:37 Uhr

Lange Straße 70 (Lage)
OrtsteilLage (Kernstadt)
StraßeLange Straße (Lage)
Hausnummer70
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeLage
StraßeLangestraße
Hausnummer070

Marktkirche St. Johann mit Pfarrhaus (Lange Straße 70) und Gemeindehaus der ev.-ref. Kirchengemeinde Lage.

Marktkirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus sind in der Denkmalliste der Stadt Lage eingetragen.[1]

Geschichte

Die Kirche St. Johann in Lage gehört zu den frühen Ur- oder Stammpfarrkirchen in Lippe, deren Anfänge archäologisch in das 9.-10. Jahrhundert datiert werden können. Die Kirche liegt auf einer hochwassersicheren Uferterrasse unweit einer früheren Furt über die Werre im Verlauf des alten "Frankfurter Weges", der von Bremen über die Dörenschlucht in Richtung Frankfurt am Main verläuft.

Gebäude

Die Kirche ist eine 3-jochiger, im Kern spätromanischer Saalbau mit Westturm und gotischem Chor, der im 14. und 15. Jahrhundert zur Hallenkirche mit Quersatteldächern erweitert worden ist. An einem Strebepfeiler der Südseite befindet sich eine spätgotische Inschrift mit der Datierung 1471, die wohl die Fertigstellung dieser Erweiterung bezeichnet. Spitzbogenfenster mit Maßwerk, an der Nordseite zum Markt zwei runde Fensterrosen, ebenfalls mit Maßwerk.

Zwei ältere Kämpfersteine mit spätromanischem Laubwerk (2. Hälfte 12. Jahrhundert) blieben an den Chorpfeilern erhalten. Der Chor wurde im 14. Jahrhundert mit einem gotischen Abschluss erneuert. Die Längswände des romanischen Langhauses wurden bei der Erweiterung zur Hallenkirche im 14. und 15. Jahrhundert weitgehend abgebrochen und durch Rundpfeiler ersetzt.

Ausstattung: Kanzel, frühes 18. Jahrhundert; Orgel mit Prospekt von 1707 und Rückpositiv von 1947 Glocken:

Das Pfarrhaus wurde 1845-47 nach einem Entwurf von Baumeister Ferdinand Ludwig August Merckel aus Detmold erbaut. Zweigeschossiger, massiver Traufenbau des Klassizismus mit fünfachsiger Fassade, ursprünglich mit Quaderputz (nicht erhalten) und Krüppelwalmdach. Mitteleingang mit dreistufiger Vortreppe und gerader Verdachung, zweiflügelige Haustür mit neugotischem Oberlicht.

Lage, ev.-ref. Pfarrhaus. Fassadenriss von Ferdinand Ludwig Merckel, 1845. Landdeskirchliches Archiv, Detmold

Das westlich anschließende Gemeindehaus ist ein eingeschossiger, traufständiger Massivbau mit Sollingplattendach, erbaut 1929-30 nach Entwürfen von Architekt Gustav Meßmann, Lage. Schlichter Putzbau, Fenster mit neugotischen Werksteingewänden, links Eingang mit Kreuzgratgewölbe und Spitzbogenarkade.

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • 1901 Reformierte Kirchengemeinde, Karl Müller, Pastor.[2]
  • 1926 Reformierte Kirchengemeinde, Karl Müller, Pastor; Minna Müller, Sup. Witwe.[3]

Literatur

  • August Wilhem Peter, Pflug im Wappen: Lage in Lippe. Kirchdorf, Weichbild, Stadt. Eine siedlungskundliche Untersuchung (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe; Bd. 14), Detmold 1960 .
  • Burkhard Meier, Die Marktkirche in Lage, Lage 1995.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Denkmalliste der Stadt Lage
  2. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat
  3. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat

Autor*innen

Wolfgang Kramer

Seitenhistorie

Seite erstellt am 04.12.2024 von Wolfgang Kramer

Letzte Änderung am: 25.07.2026 von Heinrich Stiewe