Klüter Straße 48 (Jerxen-Orbke): Unterschied zwischen den Versionen

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Erstmals 1467 erwähnter Hof, ehemals Jerxen Nr. 2.


==Geschichte==
==Geschichte==

Aktuelle Version vom 12. Juli 2026, 09:24 Uhr

Klüter Straße 48 (Jerxen-Orbke)
OrtsteilJerxen-Orbke
StraßeKlüter Straße (Jerxen-Orbke)
Hausnummer48
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeJerxen und Orbke
WohnplatzJerxen
Hausnummer002

Erstmals 1467 erwähnter Hof, ehemals Jerxen Nr. 2.

Geschichte

Im Landschatzregister 1467 "Beyne to Jertzen" genannt, zahlte den Betrag von 1 Gulden; 1497 als "Benehans" 5 Mariengroschen und 1507 noch 3 Mariengroschen.[1]

Salbuch 1614/20 [Nr.] "868. Johan Benß Johan von der Burgk eigen. Gibt I. G. Schuldekorn 6 Schfl. Rogken, 9 Schfl. Gersten, 27 Schfl. Habern, 1 Hun; Landschatz 2½ Gfl.; Burgfestgeld 1 Rtl.; Malzgeld 9 Gr.; Hofgerichtsschatz 7½ Gr.; drey Tage Burgfest; 8 Ort Tage nach Dettmoldt mit den Pferden mit seinem Zuspenner. Johan von der Burgk Dienstgeld 2 TIr.; 1 Malschwein, 6 Schfl. Schweinhabern, 4 Huner; dienet ihme jerlich mit den Pferden drey Tage. Den Thumbhern zu Padelborne den Zehenden oder dafur 10 Schfl. Rogken, 9 Schfl. Gersten, 18 Schfl. Hafern, 2 Huner. NB: Hat aus der Ottern umbs 4. Jahr 9 Schfl. Habern zu Batte. Bey die Kirchen zu Heyden 18 Schfl. Hafern. Dem Chuster daselbst 1 Schfl. Gersten. Gogrefenhaber umbs 2. Jahr 1 Schfl."[2]

1816 Landverkauf von dem Beineschen Kolonate Nr. 2 in Jerxen an den Einlieger Christoph Oberkrome in Jerxen zur Anlegung einer neuen Stätte, 1816.[3]

1823/24 und 1837/38 war Beine Nr. 2 in Jerxen so verschuldet, dass es aktenkundig wurde. Auch seine Geschwister erhoben Forderungen gegen ihn.[4] 1872 wurde die Witwe Leibzüchterin Beine noch einmal wegen Schulden aktenkundig.[5]

1864 verkaufte Beine eine Parzelle seines Kolonats an den Einlieger Simon Brunsiek zu Orbke, im folgenden Jahr legte er selbst einen Kotten auf einem früher vom Ebkerschen Hof angekauften Grundstück an und 1866 verkaufte er eine weitere Parzelle, nun an den Einlieger Heinrich Brunsiek in Jerxen.[6]

1870 Abtretung des Beineschen Kolonats Nr. 2 zu Jerxen an den Anerben Heinrich Beine daselbst, 1870.[7]

Ende der 1870er Jahre kam es zu weiteren Landverkäufen, die zur Anlegung von Neuwohnerstätten dienten. So 1877 an die Einlieger August Beine in Klüt und Agust Stecker, an Kolon Heinrich Lethmate in Jerxen-Orbke, 1878/79 an Ziegeleiarbeiter Gustav Schnasse aus Heiden und an Einlieger Hermann Müller aus Loßbruch und Einlieger Wilhelm Fricke zu Jerxer Heide und den Einlieger Fricke in Oettern zur Anlegung neuer Stätten.[8]

Gebäude

1781 ist an Gebäuden vorhanden: Wohnhaus, Leibzucht, Schoppen, Backhaus,[9] ebenso 1829.[10] 1828 vermietete Beine an insgesamt 6 Einliegerfamilien mit zusammen 22 Personen.[11]

1855 sind im Salbuch nur noch die Wohngebäude aufgelistet. Bei Beine sind es wie zuvor 1 Wohnhaus, 1 Leibzucht.[12]

Inschriften

Am Torbogen der Leibzucht (1891 als selbständiges Kolonat Nr. 54 abgeteilt):

"IOHAN TÖNS MEIR VON DOL SEN UND ANNA SOFFIA LISABET MEIERS IN IERXEN
HABEN DIS HAUS LASEN BAUEN AUF GOT UND NICHT AUF MEINEN RATH WILL ICH MEIN GLÜCK EBAUEN U
DEM DER MICH ERSCHAFFEN HAT MIT GANZER SELE TRAUEN ER DER DIE WELT ALMÄCHTIG HÄLT WIRD
MICH IN MEINEN TAGEN ALS GOT UND VATER TRAGEN D 27 IULI
1792 M.I.H.T.K"

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1467 Beyne.

1497 Benehans.

1523 Hans Beine.[13]

Salbuch 1614/20 [Nr.] "868. Johan Benß Johan von der Burgk eigen. Gibt I. G. Schuldekorn 6 Schfl. Rogken, 9 Schfl. Gersten, 27 Schfl. Habern, 1 Hun; Landschatz 2½ Gfl.; Burgfestgeld 1 Rtl.; Malzgeld 9 Gr.; Hofgerichtsschatz 7½ Gr.; drey Tage Burgfest; 8 Ort Tage nach Dettmoldt mit den Pferden mit seinem Zuspenner. Johan von der Burgk Dienstgeld 2 TIr.; 1 Malschwein, 6 Schfl. Schweinhabern, 4 Huner; dienet ihme jerlich mit den Pferden drey Tage. Den Thumbhern zu Padelborne den Zehenden oder dafur 10 Schfl. Rogken, 9 Schfl. Gersten, 18 Schfl. Hafern, 2 Huner. NB: Hat aus der Ottern umbs 4. Jahr 9 Schfl. Habern zu Batte. Bey die Kirchen zu Heyden 18 Schfl. Hafern. Dem Chuster daselbst 1 Schfl. Gersten. Gogrefenhaber umbs 2. Jahr 1 Schfl."[14]

1781 Tönß Henrich Beine zu Jerxen, ein kleiner Halbmeyer, der lutherischen Kirche in Detmold leibeigen. An Gebäuden Wohnhaus, Leibzucht, Schoppen, Backhaus.[15]

1785 Einheirat: Johann Töns Meyer zu Döldissen wird Beine, rf., Colon in Jerxen, Nr. 2, * 27.01.1743 (v) in Döldissen, ~ 27.01.1743 in Oerlinghausen, † 04.03.1820 in Jerxen (Brustkrankheit), ‡ 08.03.1820 in Heiden, oo 1/2 K 08.04.1785 in Heiden mit Anna Sophia Elisabeth Meyer zu Jerxen wird Beine, rf., lebte in Jerxen, Nr. 2, * 31.08.1761 (v) in Jerxen, ~ 31.08.1761 in Heiden, † 15.02.1810 in Jerxen , ‡ 15.02.1810 in Heiden.[16]

1829 Beine zu Jerxen, ein kleiner Halbmeier, der lutherischen Kirche in Detmold leibeigen. An Gebäuden Wohnhaus, Leibzucht, Schoppen, Backhaus.[17]

1855 Beine, ab 1870 Anerbe Heinrich Beine: Wohnhaus, Leibzucht.[18]

1870 Abtretung des Beineschen Kolonats Nr. 2 zu Jerxen an den Anerben Heinrich Beine daselbst, 1870.[19]

1901 Heinrich Beine, Landwirt.[20]

1926 Simon Beine, Landwirt.[21]

Literatur

Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001.

Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 84 u. 89.
  2. Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 100.
  3. LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 1: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1822-1837, 3.
  4. LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 1: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1822-1837, 4, 7-9.
  5. LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 8: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1868-1872, 22.
  6. LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 7: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1860-1867, 13, 16 und 19.
  7. LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 8: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1868-1872, 16.
  8. LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 9: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1873-1879, 11, 12, 14, 18, 21 und 26.
  9. LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 108: Salbuch der Vogtei Heiden von 1781 (bis ca. 1835), S. 1145. Digitalisat.
  10. LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 122: Salbuch der Vogtei Heiden von 1829, Bd. 2, 1829-1855 (1771), S. 1457 Digitalisat.
  11. LAV NRW OWL, 92 Z / Lippische Rentkammer - Kammer- und Amtsrechnungen, Nr. 1451: Volkszählung, 1828.
  12. LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 139: Salbuch der ehem. Vogtei Heiden von 1855, Bd. 3, 1855-1886/1888 (1771), S. 4045.
  13. Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 90.
  14. Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 100.
  15. LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 108: Salbuch der Vogtei Heiden von 1781 (bis ca. 1835), S. 1145. Digitalisat.
  16. Hausinschriftensammlung des NHV.
  17. LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 122: Salbuch der Vogtei Heiden von 1829, Bd. 2, 1829-1855 (1771), S. 1457 Digitalisat.
  18. LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 139: Salbuch der ehem. Vogtei Heiden von 1855, Bd. 3, 1855-1886/1888 (1771), S. 4045.
  19. LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 8: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1868-1872, 16.
  20. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 264.
  21. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 742.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 18.06.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 12.07.2026 von Joachim Kleinmanns