Klüter Straße 44 (Jerxen-Orbke): Unterschied zwischen den Versionen

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Leibzuchtgebäude von 1792, seit 1891 selbständige Hausstätte Nr. 54.
==Geschichte==


==Geschichte==
1792 als Leibzuchtgebäude des [[Klüter Straße 48 (Jerxen-Orbke)|Hofes Beine]] errichtet und 1891 an Gottlieb Lütkehölter verkauft, der daraus die selbständige Hausstätte Nr. 54 machte.<ref>{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}, S. 199.</ref>
 
Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 4.3.2013, Nr. A692.


==Gebäude==
==Gebäude==


1792 [i] erbauter Vierständer-Fachwerkbau, Längsdielenhaus von 6 Fachen (7 Gebinden) Länge, Außenwände sind dreifach verriegelt, gegenläufigen Schwelle-Ständer-Streben an den Giebelseiten, Giebeldreiecke über Stichbalken zweifach vorkragend. Torgiebeldreieck senkrecht mit Eichenholz verbrettert, in der Giebelspitze quer, rückwärtige Giebelverbretterung aus Nadelholz. Die Torbogenkante mit Rundstab, unten zur Spirale gerollt. Beide Torständer mit Vasen, aus denen Blumen ranken die obere Blüte aus Stern bzw. Rose, die Kopfbänder des Torbogens ebenfalls mit Blumenranken beschnitzt. Das Fensterband oberhalb des Sturzriegels in der Mitte mit einem Sonnenrad, links und rechts jeweils mit einer blumenberankten Vase. Tor später in das 2. Gebinde zurückgesetzt. Querwand zum Kammerfach erhalten, ebenso Kopfbänder und Backsteinboden auf der Deele. Unter dem Kammerfach ein Teilkeller aus Bruchstein, halb eingetieft. Dachkonstruktion mit Kehlbalken- und Hahnenbalkenlage, vier Hochsäulen. Die beiden Hochsäulen links und rechts der Ladeluke im 3. Fach hinter dem Tor. Aussteifung in Längsrichtung durch kopfbandverstrebte Kehlbalkenunterzüge zwischen den Hochsäulen und angeblattete Streben. Aufzugsrolle am Verbindungsholz zwischen den paarig gesetzten Hochsäulen noch vorhanden. Bauzeitliche Dachlattung größtenteils erhalten. Dachfuß mit Unterrähm, von Knaggen gestützt. Satteldach mit dunklen Betondachsteinen. Die südwestliche Traufseite durch einen Anbau neueren Datums vollständig zugebaut.<ref>Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.</ref>
==Inschriften==
==Inschriften==
Im Sturzriegel des Torbogens vierzeilige Inschrift in Flachschnitt:
IOHAN TÖNS MEIER VON DOL SEN UND ANNA SOFFIA LISABET MEIERS IN IERXEN<br>
HABEN DIS HAUS LASEN BAUEN AUF GOT UND NICHT AUF MEINEN RATH WIL ICH MEIN GLÜCKE BAUEN U<br>
DEM DER MICH ERSCHAFEN HAT MIT GANZER SELE TRAUEN ER DER DIE WELT ALMÄCHTIG HÄLT WIRD<br>
MICH IN MEINEN TAGEN ALS GOT<br>
UND VATER TRAGEN D 27 JULI<br>
M I HTK<br>1792
Der Spruch gibt den ersten Vers eines bekannten Kirchenliedes von Christian Fürchtegott Gellert (1715-69) wieder. Meier von Dolsen (Döldissen) bei Leopoldshöhe war hier durch Einheirat Interimswirt.


==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
1891 Gottlieb Lütkehölter.<ref>{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}, S. 199.</ref>
1901 Gottlieb Lütkehölter, Landwirt.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 265</ref>
1924 Friedrich Roog (* 4.3.1885); Amalie Roog gr. Sprick (* 21.4.1887); Heinrich Sprick (18.9.1858); Elise Sprick (22.9.1849); Fride Bogutt (* 20.12.1904).<ref>Stimmliste Amtsbezirk Lage, nach {{Heuwinkel-OtterDorf2014}}, S. 98.</ref>
1926 Friedrich Roog, Landwirt; Heinrich Sprick, Leibzüchter.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 265</ref> Das Ehepaar Roog kam bei einem Verkehrsunfall vor dem [[Lagesche Straße 196 (Jerxen-Orbke)|Gasthaus "Belfort"]] ums Leben.<ref>{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}, S. 98.</ref>


==Literatur==
==Literatur==
 
{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}.
==Quellen==
==Quellen==



Aktuelle Version vom 24. Juni 2026, 07:12 Uhr

Klüter Straße 44 (Jerxen-Orbke)
OrtsteilJerxen-Orbke
StraßeKlüter Straße (Jerxen-Orbke)
Hausnummer44
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeJerxen und Orbke
WohnplatzJerxen
Hausnummer054

Leibzuchtgebäude von 1792, seit 1891 selbständige Hausstätte Nr. 54.

Geschichte

1792 als Leibzuchtgebäude des Hofes Beine errichtet und 1891 an Gottlieb Lütkehölter verkauft, der daraus die selbständige Hausstätte Nr. 54 machte.[1]

Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 4.3.2013, Nr. A692.

Gebäude

1792 [i] erbauter Vierständer-Fachwerkbau, Längsdielenhaus von 6 Fachen (7 Gebinden) Länge, Außenwände sind dreifach verriegelt, gegenläufigen Schwelle-Ständer-Streben an den Giebelseiten, Giebeldreiecke über Stichbalken zweifach vorkragend. Torgiebeldreieck senkrecht mit Eichenholz verbrettert, in der Giebelspitze quer, rückwärtige Giebelverbretterung aus Nadelholz. Die Torbogenkante mit Rundstab, unten zur Spirale gerollt. Beide Torständer mit Vasen, aus denen Blumen ranken die obere Blüte aus Stern bzw. Rose, die Kopfbänder des Torbogens ebenfalls mit Blumenranken beschnitzt. Das Fensterband oberhalb des Sturzriegels in der Mitte mit einem Sonnenrad, links und rechts jeweils mit einer blumenberankten Vase. Tor später in das 2. Gebinde zurückgesetzt. Querwand zum Kammerfach erhalten, ebenso Kopfbänder und Backsteinboden auf der Deele. Unter dem Kammerfach ein Teilkeller aus Bruchstein, halb eingetieft. Dachkonstruktion mit Kehlbalken- und Hahnenbalkenlage, vier Hochsäulen. Die beiden Hochsäulen links und rechts der Ladeluke im 3. Fach hinter dem Tor. Aussteifung in Längsrichtung durch kopfbandverstrebte Kehlbalkenunterzüge zwischen den Hochsäulen und angeblattete Streben. Aufzugsrolle am Verbindungsholz zwischen den paarig gesetzten Hochsäulen noch vorhanden. Bauzeitliche Dachlattung größtenteils erhalten. Dachfuß mit Unterrähm, von Knaggen gestützt. Satteldach mit dunklen Betondachsteinen. Die südwestliche Traufseite durch einen Anbau neueren Datums vollständig zugebaut.[2]

Inschriften

Im Sturzriegel des Torbogens vierzeilige Inschrift in Flachschnitt:

IOHAN TÖNS MEIER VON DOL SEN UND ANNA SOFFIA LISABET MEIERS IN IERXEN
HABEN DIS HAUS LASEN BAUEN AUF GOT UND NICHT AUF MEINEN RATH WIL ICH MEIN GLÜCKE BAUEN U
DEM DER MICH ERSCHAFEN HAT MIT GANZER SELE TRAUEN ER DER DIE WELT ALMÄCHTIG HÄLT WIRD
MICH IN MEINEN TAGEN ALS GOT
UND VATER TRAGEN D 27 JULI
M I HTK
1792

Der Spruch gibt den ersten Vers eines bekannten Kirchenliedes von Christian Fürchtegott Gellert (1715-69) wieder. Meier von Dolsen (Döldissen) bei Leopoldshöhe war hier durch Einheirat Interimswirt.

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1891 Gottlieb Lütkehölter.[3]

1901 Gottlieb Lütkehölter, Landwirt.[4]

1924 Friedrich Roog (* 4.3.1885); Amalie Roog gr. Sprick (* 21.4.1887); Heinrich Sprick (18.9.1858); Elise Sprick (22.9.1849); Fride Bogutt (* 20.12.1904).[5]

1926 Friedrich Roog, Landwirt; Heinrich Sprick, Leibzüchter.[6] Das Ehepaar Roog kam bei einem Verkehrsunfall vor dem Gasthaus "Belfort" ums Leben.[7]

Literatur

Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 199.
  2. Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.
  3. Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 199.
  4. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 265
  5. Stimmliste Amtsbezirk Lage, nach Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 98.
  6. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 265
  7. Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 98.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 24.06.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 24.06.2026 von Joachim Kleinmanns