Jägerwinkel 5 (Vahlhausen/Horn-Bad Meinberg): Unterschied zwischen den Versionen

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==Geschichte==
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Gegründet vor 1545 - Seit 1618 zählte das Anwesen zur Bauerschaft Wehren. – Knick Henrich hatte für seine Kleinkötterstätte 33 Morgen Land und eine Wiese von Horner Bürgern erworben. 1601 kaufte Cord Vögeler aus Meinberg die Stätte. Im Salbuch von ca. 1620 wird erwähnt, da8 er wie sein Vorgänger von Handdiensten befreit war, weil er das landesherrliche „Meierholtz”, eine Waldung bei Vahlhausen, verwaltete. Curd Vögeler war zugleich auch Hofmeister (Aufseher der Landwirtschaft) auf der Burg Horn. Diese Amtsbezeichnung wurde zum Familiennamen der Stätte. – An dem um 1953 abgebrannten Fachwerkhaus war eine Inschrift des Ehepaares Johann Heinrich Hoffmeister und Sophia Müthers aus Billerbeck vom 14. 6. 1805 angebracht.  
Der Hof Hofmeister gehörte, wie der Hof Nr. 1, bis 1920 zur Bauerschaft Wehren und hatte die Hausnummer 20. Gegründet wurde der Hof vor 1540. Arthur Schöning beschreibt den Hof in seinem Buch „Der Grundbesitz des Klosters Corvey im ehemaligen Lande Lippe“, erschienen 1958-1960 (drei Bände) als den mittelalterlichen Corveyer Hof an, der den Ursprung des Dorfes bilden soll. Er liefert dafür keine Begründung und gibt den Hausnamen mit [[Steinheimer Straße 135 (Vahlhausen/Horn-Bad Meinberg)|Meierjohann Nr. 3]]. Dieser Hof scheidet aber als ursprünglicher Corveyer Hof aus, da er, zusammen mit [[Steinheimer Straße 133 (Vahlhausen/Horn-Bad Meinberg)|Böckhaus (Nr. 4)]], im Jahre 1326 zu Ausstattung der neugegründeten Hofkapelle zu Horn gehörte. Die Einkünfte aus diesem Hof kamen, auch später noch, dem Kapellenpriester zugute. Im Gegensatz hierzu waren die vormaligen Besitzer des Hofes Hofmeister, wie auch der Nachbar Flammenkamp ([[Im Knicke 1 (Vahlhausen/Horn-Bad Meinberg)|Wehren Nr. 1]]) dem Kloster Gehrden abgabenpflichtig (1782) und gehörten zur Kirche Meinberg.
Im Landschatzregister von 1545 ist Knick Hencke als Besitzer aufgeführt. 1601 hat Vögeler aus Meinberg den Hof erhalten und möchte sein Haus zu Meinberg verkaufen (L33B, XI, Nr. 1). Im Landschatzregister Wehren von 1618 ist noch Knick Henrich, Hofm[eister] (Hofmeister = Aufseher in der Landwirtschaft) aufgeführt. Im Salbuch von ca. 1620 ist dann Curt Vögeler, Kleinkötter, aufgeführt. Dort wird erwähnt, daß er, wie sein Vorgänger, von Handdiensten befreit war, weil er das landesherrliche „Meierholtz“, eine Waldung bei Vahlhausen, verwaltete. Vögeler war zugleich auch Hofmeister auf der Burg Horn. Diese Berufsbezeichnung wurde später als Familienname übernommen. 1656 heißt es unter Wehren: Großkötter Hofmeister, Leibzüchter Nr. 13, „hat zwey Stiefkinder alß 1. Ilsche von 20 Jahren auf dem Hof, 2. Cort dienet beym Keyser zum Bellenberg, 3. Johann der itzo den Hof angenommen und sich jüngst verheiratet, 4. 1 Tochter 9 Jahre, auf dem Hof. Noch 1782 handelt es sich um einen relativ großen Hof mit Wohnhaus, Leibzucht und Backhaus, einem Garten und 54 Sch[effelsaat] Land, zwei Wiesen und einem Teich auf dem Hof (L101C1 Amt Horn Nr. 13 – 1782). Eventuell wurde die Hoffläche vom Hof Nr. 1 (Kützemeier) abgeteilt. Dies würde auch die gemeinsame Zugehörigkeit zur Bauerschaft Wehren bis 1920 und die Zugehörigkeit zur Kirche in Meinberg erklären. Die übrigen Vahlhauser Stätten gehörten bis 1963 überwiegend zur Kirche in Horn. – An dem um 1953 abgebrannten Fachwerkhaus war eine Inschrift des Ehepaares Johann Heinrich Hoffmeister und Sophia Müthers aus Billerbeck vom 14. 6. 1805 angebracht.  


==Gebäude==
==Gebäude==
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[[Kategorie:Hausinschrift]]
[[Kategorie:Hausinschrift]]
[[Kategorie:Hausinschriften in Vahlhausen/Horn-Bad_Meinberg]]
[[Kategorie:Hausinschriften in Vahlhausen/Horn-Bad_Meinberg]]
[[Kategorie:Gaststätte]]

Aktuelle Version vom 20. Juni 2026, 14:35 Uhr

Jägerwinkel 5 (Vahlhausen/Horn-Bad Meinberg)
OrtsteilVahlhausen/Horn-Bad Meinberg
StraßeJägerwinkel (Vahlhausen/Horn-Bad Meinberg)
Hausnummer5
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeWehren
Hausnummer020

Hofmeister, Wehren Nr. 20, später Vahlhausen b. Horn Nr. 3

Geschichte

Der Hof Hofmeister gehörte, wie der Hof Nr. 1, bis 1920 zur Bauerschaft Wehren und hatte die Hausnummer 20. Gegründet wurde der Hof vor 1540. Arthur Schöning beschreibt den Hof in seinem Buch „Der Grundbesitz des Klosters Corvey im ehemaligen Lande Lippe“, erschienen 1958-1960 (drei Bände) als den mittelalterlichen Corveyer Hof an, der den Ursprung des Dorfes bilden soll. Er liefert dafür keine Begründung und gibt den Hausnamen mit Meierjohann Nr. 3. Dieser Hof scheidet aber als ursprünglicher Corveyer Hof aus, da er, zusammen mit Böckhaus (Nr. 4), im Jahre 1326 zu Ausstattung der neugegründeten Hofkapelle zu Horn gehörte. Die Einkünfte aus diesem Hof kamen, auch später noch, dem Kapellenpriester zugute. Im Gegensatz hierzu waren die vormaligen Besitzer des Hofes Hofmeister, wie auch der Nachbar Flammenkamp (Wehren Nr. 1) dem Kloster Gehrden abgabenpflichtig (1782) und gehörten zur Kirche Meinberg. Im Landschatzregister von 1545 ist Knick Hencke als Besitzer aufgeführt. 1601 hat Vögeler aus Meinberg den Hof erhalten und möchte sein Haus zu Meinberg verkaufen (L33B, XI, Nr. 1). Im Landschatzregister Wehren von 1618 ist noch Knick Henrich, Hofm[eister] (Hofmeister = Aufseher in der Landwirtschaft) aufgeführt. Im Salbuch von ca. 1620 ist dann Curt Vögeler, Kleinkötter, aufgeführt. Dort wird erwähnt, daß er, wie sein Vorgänger, von Handdiensten befreit war, weil er das landesherrliche „Meierholtz“, eine Waldung bei Vahlhausen, verwaltete. Vögeler war zugleich auch Hofmeister auf der Burg Horn. Diese Berufsbezeichnung wurde später als Familienname übernommen. 1656 heißt es unter Wehren: Großkötter Hofmeister, Leibzüchter Nr. 13, „hat zwey Stiefkinder alß 1. Ilsche von 20 Jahren auf dem Hof, 2. Cort dienet beym Keyser zum Bellenberg, 3. Johann der itzo den Hof angenommen und sich jüngst verheiratet, 4. 1 Tochter 9 Jahre, auf dem Hof. Noch 1782 handelt es sich um einen relativ großen Hof mit Wohnhaus, Leibzucht und Backhaus, einem Garten und 54 Sch[effelsaat] Land, zwei Wiesen und einem Teich auf dem Hof (L101C1 Amt Horn Nr. 13 – 1782). Eventuell wurde die Hoffläche vom Hof Nr. 1 (Kützemeier) abgeteilt. Dies würde auch die gemeinsame Zugehörigkeit zur Bauerschaft Wehren bis 1920 und die Zugehörigkeit zur Kirche in Meinberg erklären. Die übrigen Vahlhauser Stätten gehörten bis 1963 überwiegend zur Kirche in Horn. – An dem um 1953 abgebrannten Fachwerkhaus war eine Inschrift des Ehepaares Johann Heinrich Hoffmeister und Sophia Müthers aus Billerbeck vom 14. 6. 1805 angebracht.

Gebäude

Fachwerkhaus von 1805, 1953 abgebrannt; Wiederaufbau und Verkauf an Familie Blandau, Café und Restaurant "Jägerhof"

Vahlhausen Nr. 3 (ehem. Wehren Nr. 20), vor 1953, Foto: Sammlung Olaf Biere
Vahlhausen/Horn-Bad Meinberg Nr. 3, Ansichtskarte um 1960, Sammlung Olaf Biere

Inschriften

(nicht mehr vorhanden) ICH BAUE NICHT AUS ÜBERMUTH MEIN ALTES HAUS TAHT NICHT MEHR GUT
MEIN VATER DER DIES WUSTE WOL BEFOHL AUCH DAS ICH BAUEN SOL
DAS HOLTZ HAT ER MIR AUFBEWARET AUCH NOCH DAZU WAS GELD GESPARET
IHM DANK ICH DAFÜR JEDERZEIT UND WUNSCH IHM AUCH DIE SELLIGKEIT
ACH GROSER GOTT UND VATER MEIN GIEB FRIEDEN HEIL UND SEGEN DREIN
BEWARE DIESES HAUS DAS GANZE LAND FUR KRIEGSGEFAHR FUR FEUER UND BRAND
AUCH ALLE DENEN DIE MICH KENNEN GIEB GLÜCK UND SEGEN WIE SIE ES MIR GÖNNEN SO OFT SIE MENEN NAMEN NENNEN
DEN 14. JUNIUS ANNO 1805 JOHANN HEINRICH HOFFMEISTER UND SOPHIA MÜTERS AUS BILLERBECK D.M.C.R.T.P.

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • 1545 Landschatzregister: Knick Hencke
  • 1618 Landschatzregister: Knick Henrich, Hofm[eister]
  • 1620 Salbuch: Cord Vögeler aus Meinberg (Beruf: Hofmeister)
  • 1782 Wehren Nr. 20: Hoffmeister, Kleinkötter
  • 1805 Wehren Nr. 20: Hoffmeister, Johann-Heinrich [lt. Hausinschrift]
  • 1835 Salbuch, Wehren: Hoffmeister, Kleinkötter
  • 1901 Wehren Nr. 20: Hofmeister, Wilhelm, Landwirt
  • 1926 Bauerschaft Vahlhausen Nr. 3: Hofmeister, Hermine, Landwirtin


Literatur

Roland Linde: Vahlhausen bei Horn - mehr als 1150 Jahre alt, in: Heimatland Lippe 1997, S. 156-168, Digitalisat

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise


Autor*innen

Olaf Biere

Seitenhistorie

Seite erstellt am 19.06.2026 von Olaf Biere

Letzte Änderung am: 20.06.2026 von Olaf Biere