Kirchhofstraße 5 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen
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}}Alte Hausnummer 32. Das bestehende Haus wurde 1664 von Hans Henrich Ridder und Catrine Auenhausen (Avenhausen) erbaut, vermutlich Erstbebauung der Hausstätte. | }} | ||
Alte Hausnummer 32. Das bestehende Haus wurde 1664 von Hans Henrich Ridder und Catrine Auenhausen (Avenhausen) erbaut, vermutlich Erstbebauung der Hausstätte. | |||
[[Datei:Kirchhofstraße 5, Giebel Stiewe 2022.jpg|mini|Kirchhofstraße 5, 1664. Fassade mit 2014 wiederhergestellter Rotfassung. Foto: Stiewe 2022]] | [[Datei:Kirchhofstraße 5, Giebel Stiewe 2022.jpg|mini|Kirchhofstraße 5, 1664. Fassade mit 2014 wiederhergestellter Rotfassung. Foto: Stiewe 2022]] | ||
[[Datei:Kirchhofstraße 5 FM Detmold .jpg|mini|Kirchhofstraße 5, Fassade mit altem Dielentor. Foto: LWL-Freilichtmuseum Detmold, Bildsammlung]] | [[Datei:Kirchhofstraße 5 FM Detmold .jpg|mini|Kirchhofstraße 5, Fassade mit altem Dielentor. Foto: LWL-Freilichtmuseum Detmold, Bildsammlung]] | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Der Erbauer Hans Henrich Ridder (Herkunft und Beruf unbekannt) erwarb 1663 das Blomberger Bürgerrecht und heiratete am 30. Oktober 1664 Cathrine Avenhausen. Im gleichen Jahr wurde das Haus fertiggestellt. | Der Erbauer Hans Henrich Ridder (Herkunft und Beruf unbekannt) erwarb 1663 das Blomberger Bürgerrecht und heiratete am 30. Oktober 1664 Cathrine Avenhausen. Im gleichen Jahr wurde das Haus fertiggestellt. Ridder starb 1700. | ||
==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
Giebelständiges Fachwerkhaus, zweischiffiges Dielenhaus von 1664. Diele rechts, links unterkellerte Stube, darüber Kammer. Zweifach vorkragender Giebel mit Spätrenaissance-Dekor: Inschriften, Zahnschnitt, Beschlagwerk, Füllhölzer mit Akanthusblättern (untere Giebelvorkragung) und paarweise angeordneten Walfischen (obere Giebelvorkragung). Torbogen mit Inschrift und seitlichen Wappenschilden mit Initialen der Erbauer, darüber vorkragendes Profilbrett und zwei Oberlichter mit erhaltenen Rauchgittern mit barocken Balusterbrettern (18. Jahrhundert), zwischen den Oberlichtern Stiel mit Blumentopf. Sturzriegel über den Stubenfenstern mit stark verwittertem Beschlagwerkornament (vgl. Im Seligen Winkel 12, 1661), ursprünglich breites, bleiverglastes Fensterband der Stube, im frühen 19. Jahhrhundert durch zwei hochformatige Fenster mit Doppelstielen ersetzt. | Giebelständiges Fachwerkhaus, zweischiffiges Dielenhaus von 1664. Diele rechts, links unterkellerte Stube, darüber Kammer. Zweifach vorkragender Giebel mit Spätrenaissance-Dekor: Inschriften, Zahnschnitt, Beschlagwerk, Füllhölzer mit Akanthusblättern (untere Giebelvorkragung) und paarweise angeordneten Walfischen (obere Giebelvorkragung). Torbogen mit Inschrift und seitlichen Wappenschilden mit Initialen der Erbauer, darüber vorkragendes Profilbrett und zwei Oberlichter mit erhaltenen Rauchgittern mit barocken Balusterbrettern (18. Jahrhundert), zwischen den Oberlichtern Stiel mit Blumentopf. Dielentor mit zweigeteilter Fußgängertür ("Klöntür") und vorgeblendeter Rahmen-Füllungs-Konstruktion und Mittelpilaster (18. Jahrhundert) 2022 nach alten Fotografien wiederhergestellt. | ||
Sturzriegel über den Stubenfenstern mit stark verwittertem Beschlagwerkornament (vgl. Im Seligen Winkel 12, 1661), ursprünglich breites, bleiverglastes Fensterband der Stube, im frühen 19. Jahhrhundert durch zwei hochformatige Fenster mit Doppelstielen ersetzt. | |||
Monochrom roter Anstrich der Fassade 2014 nach restauratorischem Befund wiederhergestellt (rostrote Hölzer, altrosa Gefache mit Besenputz, Leinöl- bzw. Kalkfarben mit rotem Ocker als Pigment). | Monochrom roter Anstrich der Fassade 2014 nach restauratorischem Befund wiederhergestellt (rostrote Hölzer, altrosa Gefache mit Besenputz, Leinöl- bzw. Kalkfarben mit rotem Ocker als Pigment). | ||
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1664, 10. Oktober: Heirat von Hans Henrich Ridder und Cathrine Avenhausen, Bau des erhaltenen Hauses. | 1664, 10. Oktober: Heirat von Hans Henrich Ridder und Cathrine Avenhausen, Bau des erhaltenen Hauses. | ||
1702: Küster und Schuldiener Jürgen Otto Marthäus. Ab etwa 1750 war das Nachbarhaus Kirchhofstraße 4 städtisches Küsterhaus, das Haus Nr. 5 wurde von Marthäus vermietet. | |||
1782 (VZ): ''des Küsters dienst Hauß'', bewohnt von ''vier eingeheuerten Frauen'' und einem Jungen, lebten vom Wolle spinnen, eine Ziege. | |||
1801 (VZ): Kleinschmied Lesemann mit Familie, 2 Kühe. | |||
1804 (BK): Camerarius Rudolph Theophilus Reuter, Zeugmacher (Bürgerrecht 1784). | |||
1835 (VZ): Sohn Wilhelm Reuter, Zeugmacher (Bürgerrecht 1823) mit Familie und Einliegerin Charlotte Rose. Bis ins 20. Jh. im Besitz der Familie Reuter. | |||
1901 (AB): | |||
1926 (AB, S. 564): Reuter, Wilhelm, Landwirt. | |||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
Version vom 6. August 2026, 11:57 Uhr
| Kirchhofstraße 5 (Blomberg) | |
|---|---|
| Ortsteil | Blomberg (Kernstadt) |
| Straße | Kirchhofstraße (Blomberg) |
| Hausnummer | 5 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
Alte Hausnummer 32. Das bestehende Haus wurde 1664 von Hans Henrich Ridder und Catrine Auenhausen (Avenhausen) erbaut, vermutlich Erstbebauung der Hausstätte.




Geschichte
Der Erbauer Hans Henrich Ridder (Herkunft und Beruf unbekannt) erwarb 1663 das Blomberger Bürgerrecht und heiratete am 30. Oktober 1664 Cathrine Avenhausen. Im gleichen Jahr wurde das Haus fertiggestellt. Ridder starb 1700.
Gebäude
Giebelständiges Fachwerkhaus, zweischiffiges Dielenhaus von 1664. Diele rechts, links unterkellerte Stube, darüber Kammer. Zweifach vorkragender Giebel mit Spätrenaissance-Dekor: Inschriften, Zahnschnitt, Beschlagwerk, Füllhölzer mit Akanthusblättern (untere Giebelvorkragung) und paarweise angeordneten Walfischen (obere Giebelvorkragung). Torbogen mit Inschrift und seitlichen Wappenschilden mit Initialen der Erbauer, darüber vorkragendes Profilbrett und zwei Oberlichter mit erhaltenen Rauchgittern mit barocken Balusterbrettern (18. Jahrhundert), zwischen den Oberlichtern Stiel mit Blumentopf. Dielentor mit zweigeteilter Fußgängertür ("Klöntür") und vorgeblendeter Rahmen-Füllungs-Konstruktion und Mittelpilaster (18. Jahrhundert) 2022 nach alten Fotografien wiederhergestellt.
Sturzriegel über den Stubenfenstern mit stark verwittertem Beschlagwerkornament (vgl. Im Seligen Winkel 12, 1661), ursprünglich breites, bleiverglastes Fensterband der Stube, im frühen 19. Jahhrhundert durch zwei hochformatige Fenster mit Doppelstielen ersetzt.
Monochrom roter Anstrich der Fassade 2014 nach restauratorischem Befund wiederhergestellt (rostrote Hölzer, altrosa Gefache mit Besenputz, Leinöl- bzw. Kalkfarben mit rotem Ocker als Pigment).
Zweischiffiges Dielenhaus von sechs Fachen (7 Gebinden), 1711 (d) um zweifachiges Hinterhaus mit Pferdestall und zweiter Stube im Erdgeschoss und Saal und Kammer im Obergeschoss erweitert. An der Hofseite erhaltener Stallanbau mit zwei Schweineställen, Fachwerk mit Schwelle-Rähm-Streben, frühes 19. Jahrhundert.
Inschriften
Inschrift am Torbogen:
HANS HENRICH RIDDER . CATRINE AVUENHAUSEN / ANNO CHRISTI. 1664.
Auf den Torständern Wappenschilde mit Iniitialen der Erbauer: HR und CA
Inschrift am oberen Giebelrähm (vorgenageltes Brett):
WO DER HER NIT DAS HAUS BAWET SO ARBETEN UMBSONST DIE DARAN BAWEN.PSALM CXXVII.
Inschrift am unteren Giebelrähm (vorgenageltes Brett, Fehlstellen ergänzt), Fortsetzung von Psalm 127:
ES IS[T UMSONST DA]S IH[R FRÜH AUFSTE]HET UND HERNACH LAN[GE SITZE]T UND ESSET EWER BROT MIT SORGEN DENN SEINEN FREUNDEN GIBT ERS / SCHAFFEND (statt "schlafend")
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
1663 Hans Henrich Ridder erwirbt das Blomberger Bürgerrecht.[1]
1664, 10. Oktober: Heirat von Hans Henrich Ridder und Cathrine Avenhausen, Bau des erhaltenen Hauses.
1702: Küster und Schuldiener Jürgen Otto Marthäus. Ab etwa 1750 war das Nachbarhaus Kirchhofstraße 4 städtisches Küsterhaus, das Haus Nr. 5 wurde von Marthäus vermietet.
1782 (VZ): des Küsters dienst Hauß, bewohnt von vier eingeheuerten Frauen und einem Jungen, lebten vom Wolle spinnen, eine Ziege.
1801 (VZ): Kleinschmied Lesemann mit Familie, 2 Kühe.
1804 (BK): Camerarius Rudolph Theophilus Reuter, Zeugmacher (Bürgerrecht 1784).
1835 (VZ): Sohn Wilhelm Reuter, Zeugmacher (Bürgerrecht 1823) mit Familie und Einliegerin Charlotte Rose. Bis ins 20. Jh. im Besitz der Familie Reuter.
1901 (AB):
1926 (AB, S. 564): Reuter, Wilhelm, Landwirt.
Literatur
Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996
Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Hans-Peter Wehlt, Das Bürgerbuch der Stadt Blomberg. Detmold 1974.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 05.08.2026 von Heinrich Stiewe
Letzte Änderung am: 06.08.2026 von Heinrich Stiewe