Brokhauser Straße 70 (Brokhausen): Unterschied zwischen den Versionen
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1721 war Wienecke zu Brockhausen laut Salbuch ein Vollspänner, gnädigster Herrschaft eigen, besaß das Gut meierstättisch, gab derselben Weinkauf und Sterbfall. An Gebäuden besaß er ein Wohnhaus, Leibzuchtshaus, Pferdehaus, Schoppen, Backhaus.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 21, Salbuch der Vogtei Detmold von 1721, fol. 92.</ref> Dies ist unverändert auch im Salbuch von 1782 festgehalten: Nr. 3 Wienecke, ein großer Halbmeyer, ist gnädigster Landesherrschaft leibeigen, besitzt des Kolonat von dieser meierstättisch, entrichtet derselben Weinkauf und Sterbfall, besitzt an Gebäuden: Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus, Schoppen. Backhaus.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1623.</ref> | |||
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==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
[[Datei:BRO- | [[Datei:BRO-Mönkebergweg5_BA_TB-9-54.png|thumb|Hof Wieneke, Brokhausen Nr. 3, Foto: Friedrich-Wilhelm Pahmeier, 1970 (LLB, BA TB-9-54)]] | ||
Wohnhaus, Vierständer-Fachwerkbau mit Brettergiebel, Längsdielenhaus. Fachwerk der Giebelwand mit geknickten Fußstreben beiderseits des Dielentores. | |||
==Inschriften== | ==Inschriften== | ||
Torbogen | Am Torbogen sind Reste einer Inschrift erkennbar.<ref>[http://www.nhv-ahnenforschung.de/Torbogen/Orte/brokhausen.htm NHV-Inschriftensammlung].</ref> | ||
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | |||
1467 Wyneke Lesseman. | |||
1497 Herman Wineke. | |||
1507 Herman Wyneke. | |||
1614 Berndt Winekhe/Berend Wineke. | |||
1721 Wienecke. | |||
1782 Wieneke. | |||
1854 Wieneke, anschl. Heinrich Wieneke, dann Friedrich Wieneke.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 54: Salbuch der Vogtei Detmold von 1854, S. 2149.</ref> | |||
ab 1887 Hermann Schlüter. | |||
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1926 | 1926 Hermann Schlüter, Landwirt; Hermann Schlüter, Leibzüchter.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 671.</ref> | ||
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==Quellen== | ==Quellen== | ||
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LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782. | |||
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Aktuelle Version vom 28. Juli 2026, 09:17 Uhr
| Brokhauser Straße 70 (Brokhausen) | |
|---|---|
| Ortsteil | Brokhausen |
| Straße | Brokhauser Straße (Brokhausen) |
| Hausnummer | 70 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Brokhausen |
| Hausnummer | 003 |
Hof Wieneke, vor 1467 gegründeter Vollspännerhof, ehemalige Kolonatsnummer Brokhausen Nr. 3.
Geschichte
Erstmals erwähnt ist der Hof im Landschatzregister von 1467, nach dem Wyneke Lesseman 2 Gulden zahlen musste.[1] 30 Jahre später, 1497, zahlte Herman Wineke 1 Gulden Landschatz, 1507 wiederum 2 Gulden.[2]
Zu seinem Nachfolger heißt es im Salbuch der Vogtei Detmold 1614: "96. Berndt Winekhe, ein Volspenner, dienet des Sommers mit der Pflug 2 Tage, des Winters 1 Tag; gibt I. G. ein Mahlschwein und den Habern dabey. Gibt wegen Casting Cruwels dem Gartner zu Brakhe uf Greflichen Befelch jehrlichs 10 Schfl. Roggen, 10 Schfl. Gersten, 10 Schfl. Habern. Nach Lembgo an Friderich Worpup 14 Schfl. Hartkorn und 15 Schfl. Habern, 2 Rauchhuner. I. G. zu Burchfest 2 Rtl."[3] Ähnlich im Salbuch der Vogtei Detmold um 1614: "240. Berend Wineke. Pferde 6, 2 Stoten; das Land zu 2 F. 1 Mt.; Wiesewachs zu 3 F.; zu vollr Mastung 3 Schweine; Kühe 8, Rinder 2, Schweine 15. M. G. H. jahrlichs 1 feist Schwein; der Aigentumb M. G. H. Frederich Werpupp 29 Schfl. Korn. Meister Marcus, dem Gartener zu Brake, 30 Schfl. Den Dienst und Burg- fest M. G. H. ‹Volspenner.) Gibt auch jahrlichs in die Rentcammer; zum halben Landschatze 2½ Gfl. Hat ausstendig Gelt 170 TIr., dajegen schuldig 192 TIr."[4]
1721 war Wienecke zu Brockhausen laut Salbuch ein Vollspänner, gnädigster Herrschaft eigen, besaß das Gut meierstättisch, gab derselben Weinkauf und Sterbfall. An Gebäuden besaß er ein Wohnhaus, Leibzuchtshaus, Pferdehaus, Schoppen, Backhaus.[5] Dies ist unverändert auch im Salbuch von 1782 festgehalten: Nr. 3 Wienecke, ein großer Halbmeyer, ist gnädigster Landesherrschaft leibeigen, besitzt des Kolonat von dieser meierstättisch, entrichtet derselben Weinkauf und Sterbfall, besitzt an Gebäuden: Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus, Schoppen. Backhaus.[6]
1872 verkaufte Wieneke das nördliche Drittel des Hofraumes (wohl mit dem Laibzuchthaus) an Brinkmann (auch: Brinkmeier), der damit das Kolonat 29 gründete.
1887 ging der Hof Wieneke an Hermann Schlüter über.[7] Das Haus ist abgerissen, weiter südlich der Neubau Brokhauser Straße 70c errichtet.
Gebäude

Wohnhaus, Vierständer-Fachwerkbau mit Brettergiebel, Längsdielenhaus. Fachwerk der Giebelwand mit geknickten Fußstreben beiderseits des Dielentores.
Inschriften
Am Torbogen sind Reste einer Inschrift erkennbar.[8]
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
1467 Wyneke Lesseman.
1497 Herman Wineke.
1507 Herman Wyneke.
1614 Berndt Winekhe/Berend Wineke.
1721 Wienecke.
1782 Wieneke.
1854 Wieneke, anschl. Heinrich Wieneke, dann Friedrich Wieneke.[9]
ab 1887 Hermann Schlüter.
1901 Hermann Schlüter, Landwirt.[10]
1926 Hermann Schlüter, Landwirt; Hermann Schlüter, Leibzüchter.[11]
Literatur
Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39.
Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001.
Quellen
LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 21, Salbuch der Vogtei Detmold von 1721.
LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782.
LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 54: Salbuch der Vogtei Detmold von 1854.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 108.
- ↑ Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 109.
- ↑ Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 9 f.
- ↑ Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 28-30.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 21, Salbuch der Vogtei Detmold von 1721, fol. 92.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1623.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 54: Salbuch der Vogtei Detmold von 1854, S. 2149.
- ↑ NHV-Inschriftensammlung.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 54: Salbuch der Vogtei Detmold von 1854, S. 2149.
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 205.
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 671.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 28.07.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 28.07.2026 von Joachim Kleinmanns