Niewaldstraße Friedhof (Jerxen-Orbke): Unterschied zwischen den Versionen

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}}1920 angelegter Friedhof der Gemeinde Jerxen-Orbke.
}}1920 angelegter Friedhof der Gemeinde Jerxen-Orbke.
==Geschichte==
==Geschichte==
Da Jerxen und Orbke ursprünglich zum Kirchspiel [[Heiden]] gehörten, wurden die Toten auch auf dem Kirchhof in Heiden bestattet. Als 1844 ein neue Friedhöfe in Klüt und Nienhagen angelegt wurde, begruben die Jerxer in Klüt und die Orbker in Nienhagen. Der Heidener Pastor fuhr dazu auf diese außerhalb gelegenen Totenhöfe.<ref>{{HülsHeiden1974}}, S. 176.</ref> 1904 wurde wegen Überfüllung des alten Friedhofs in Nienhagen der "Neue Friedhof" auf Land von [[Orbker Straße 69 (Jerxen-Orbke)|Windmeier Nr. 5]] angelegt, auf dem nach wie vor einige Orbker Familien Grabstätten besitzen.
Da Jerxen und Orbke ursprünglich zum Kirchspiel [[Heiden]] gehörten, wurden die Toten auch auf dem Kirchhof in Heiden bestattet. Als 1844 neue Friedhöfe in Klüt und Nienhagen angelegt wurden, begruben die Jerxer in Klüt und die Orbker in Nienhagen. Der Heidener Pastor fuhr dazu auf diese außerhalb gelegenen Totenhöfe.<ref>{{HülsHeiden1974}}, S. 176.</ref> 1904 wurde wegen Überfüllung des alten Friedhofs in Nienhagen der "Neue Friedhof" auf Land von [[Orbker Straße 69 (Jerxen-Orbke)|Windmeier Nr. 5]] angelegt, auf dem nach wie vor einige Orbker Familien Grabstätten besitzen.<ref>{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}, S. 127.</ref>


1920 erhielt Jerxen dann einen eigenen Friedhof am Abzweig der Straße nach Niewald. Bauer [[Orbker Straße 64 (Jerxen-Orbke)|Bekemeier Nr. 6]] hatte das Grundstück zur Verfügung gestellt. Da der Nienhagener Friedhof von einem Totenhofverein betrieben wurde (vgl. auch Heiden), kündigten nun 37 Orbker Familien ihre Mitgliedschaft im Totenhofverein Nienhagen.<ref>Burkhard Meier, Der Totenhof in Nienhagen wurde vor 150 Jahren eingerichtet. Zur Geschichte eines Baudenkmals, in: Heimatland Land Lippe, 87 (1994), S. 298-303.</ref> Es entstand hier nun ein eigener Totenhofverein.
1920 erhielt Jerxen dann einen eigenen Friedhof am Abzweig der Straße nach Niewald. Bauer [[Orbker Straße 64 (Jerxen-Orbke)|Bekemeier Nr. 6]] hatte das Grundstück zur Verfügung gestellt. Da der Nienhagener Friedhof von einem Totenhofverein betrieben wurde (vgl. auch Heiden), kündigten nun 37 Orbker Familien ihre Mitgliedschaft im Totenhofverein Nienhagen.<ref>Burkhard Meier, Der Totenhof in Nienhagen wurde vor 150 Jahren eingerichtet. Zur Geschichte eines Baudenkmals, in: Heimatland Land Lippe, 87 (1994), S. 298-303.</ref> Es entstand in Jerxen nun ein eigener Totenhofverein.


Mit dem Bau der Friedhofskapelle 1956 wurde der friedhof nach Nordwesten erweitert und zugleich das Kriegerdenkmal an die heutige Stelle versetzt. Die Kapelle entwerf und erbaute Architekt und Maurermeister Philipp Krug (1887-1971).<ref>{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}, S. 68 u. 127.</ref>
Mit dem Bau der Friedhofskapelle 1956 wurde der Friedhof nach Nordwesten erweitert und zugleich das Kriegerdenkmal an die heutige Stelle versetzt. Die Kapelle entwarf und erbaute Architekt und Maurermeister Philipp Krug (1887-1971).<ref>{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}, S. 68 u. 127.</ref>
==Beschreibung==
==Beschreibung==
Der ursprünglich Friedhof reichte nur bis zur heutigen Kapelle. 1922 errichtete Zimmermeister Friedrich Gehring ein kleines Totenhaus (heute Gerätehaus). Am Nordwestende des Friedhofs wurde in den 1920er Jahren ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtet.  Auf einem hohen, schräg anlaufenden Sockel liegen Eichenlaub,Fahne, Schwert und Helm, die Vorderseite trägt eine Inschrift, die Rückseite die Namen der Gefallenen.
Der ursprüngliche Friedhof reichte nur bis zur heutigen Kapelle. 1922 errichtete Zimmermeister Friedrich Gehring ein kleines Totenhaus (heute Gerätehaus). Am Nordwestende des Friedhofs wurde in den 1920er Jahren ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtet.  Auf einem hohen, schräg anlaufenden Sockel liegen Eichenlaub, Fahne, Schwert und Helm, die Vorderseite trägt eine Inschrift, die Rückseite die Namen der Gefallenen.
 
Die Friedhofskapelle hat rechteckigen Grundriss und ein tief heruntergezogenes Satteldach. Der Frontgiebel ist mit einer in Bleiruten gefassten farbigen Verglasung geschlossen, die 1992 von der Firma Otto Peters/Paderborn nach Entwurf von Wolfgang Dröge als Ersatz der schadhaften ursprünglichen Verglasung eingebaut wurde. Sie zeigt ein großes Kreuz. 1959/60 erhielt die Kapelle Gedenktafeln für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs aus der Gemeinde.


==Inschriften==
==Inschriften==
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==Eigentümer*innen==
==Eigentümer*innen==
Totenhofverein Jerxen.
zwischenzeitlich Stadt Detmold.


seit 2007 Friedhofsverein.
==Literatur==
==Literatur==
{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}.
{{HülsHeiden1974}}


Burkhard Meier, Der Totenhof in Nienhagen wurde vor 150 Jahren eingerichtet. Zur Geschichte eines Baudenkmals, in: Heimatland Land Lippe, 87 (1994), S. 298-303.
==Quellen==
==Quellen==


==Weblinks==
==Weblinks==
 
www.kriegerdenkmäler-in-lippe.de
==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
==Autor*innen==


<references />
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==Autor*innen==


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Version vom 14. Juli 2026, 18:41 Uhr

Niewaldstraße Friedhof (Jerxen-Orbke)
OrtsteilJerxen-Orbke
Karte
StraßeNiewaldstraße (Jerxen-Orbke)

1920 angelegter Friedhof der Gemeinde Jerxen-Orbke.

Geschichte

Da Jerxen und Orbke ursprünglich zum Kirchspiel Heiden gehörten, wurden die Toten auch auf dem Kirchhof in Heiden bestattet. Als 1844 neue Friedhöfe in Klüt und Nienhagen angelegt wurden, begruben die Jerxer in Klüt und die Orbker in Nienhagen. Der Heidener Pastor fuhr dazu auf diese außerhalb gelegenen Totenhöfe.[1] 1904 wurde wegen Überfüllung des alten Friedhofs in Nienhagen der "Neue Friedhof" auf Land von Windmeier Nr. 5 angelegt, auf dem nach wie vor einige Orbker Familien Grabstätten besitzen.[2]

1920 erhielt Jerxen dann einen eigenen Friedhof am Abzweig der Straße nach Niewald. Bauer Bekemeier Nr. 6 hatte das Grundstück zur Verfügung gestellt. Da der Nienhagener Friedhof von einem Totenhofverein betrieben wurde (vgl. auch Heiden), kündigten nun 37 Orbker Familien ihre Mitgliedschaft im Totenhofverein Nienhagen.[3] Es entstand in Jerxen nun ein eigener Totenhofverein.

Mit dem Bau der Friedhofskapelle 1956 wurde der Friedhof nach Nordwesten erweitert und zugleich das Kriegerdenkmal an die heutige Stelle versetzt. Die Kapelle entwarf und erbaute Architekt und Maurermeister Philipp Krug (1887-1971).[4]

Beschreibung

Der ursprüngliche Friedhof reichte nur bis zur heutigen Kapelle. 1922 errichtete Zimmermeister Friedrich Gehring ein kleines Totenhaus (heute Gerätehaus). Am Nordwestende des Friedhofs wurde in den 1920er Jahren ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtet. Auf einem hohen, schräg anlaufenden Sockel liegen Eichenlaub, Fahne, Schwert und Helm, die Vorderseite trägt eine Inschrift, die Rückseite die Namen der Gefallenen.

Die Friedhofskapelle hat rechteckigen Grundriss und ein tief heruntergezogenes Satteldach. Der Frontgiebel ist mit einer in Bleiruten gefassten farbigen Verglasung geschlossen, die 1992 von der Firma Otto Peters/Paderborn nach Entwurf von Wolfgang Dröge als Ersatz der schadhaften ursprünglichen Verglasung eingebaut wurde. Sie zeigt ein großes Kreuz. 1959/60 erhielt die Kapelle Gedenktafeln für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs aus der Gemeinde.

Inschriften

Auf der Vorderseite des Kriegerdenkmals:

Dem Andenken
der im Kriege
1914-20 [!] Gefallenen
der Gemeinde
Jerxen-Orbke
Ev. Johannes 15,13.

Auf der Rückseite:

Musk. Heinr. Koke † 15. Sept. 1914, Musk. Herm.
Obermann † 15. Nov. 1914, Inf. Sim. Mesch
† 9. Jan. 1915, Landw. Heinr. Wehmeier † 15. Febr.
1915, Unteroff. Heinr. Fricke † 6. März 1915, Res.
Heinr. Tüntker † 22. Mai 1915, Grenad. Herm.
Tüntker † 15. Sept. 1915, Gefr. Dietr. Büker † 15.
Aug. 1915, Landstm. Rud. Wentker † 25. Sept. 1915.
Musk. Aug. Radau † 10. Okt. 1915, Kriegsfr. Rud. Mel-
lies † 17. Juni 1916, Gefr. Aug. Mellies † 20. Okt. 1918.
Kriegsfr. Wilh. Busch † 19. Juni 1916, Einjährigfr. Aug.
Manhenke † 23. Aug. 1916, Grenad. Fritz Klöpping
† 22. Aug. 1916, Unteroff. Gust. Bicker † 16. Sept. 1916,
Garde Pion. Aug. Bicker † 21. Okt. 1917, Unteroff. Ernst
Brand † 19. Okt. 1916, Unteroff. Heinr. Brand † 23. Okt. 1916,
Inf. Aug. Brüggemann † 1. Jan.1917, Musk. Paul Geh-
ring † 3. Mai 1917, Jäger Rud. Gehring † 17. Aug. 1918,
Gefr. Ad. Krähe + 8. Juli 1917, Ltn. Aug. Grabbe † 23.
Juli 1917, Landstm. Herm. Kugel † 21. Aug. 1917, Unteroff.
Wilh. Heistermann † 13. Dez. 1917, Musk. Gust. Meier-
herm † 9. März 1918, ..... Gust. Buss. † 22. März 1918,
Res. Aug. Meier † 6. Apr. 1918, Gefr. Ernst Gerd-
Schlühr † 24. Apr. 1918, Landstm. Herm. Meise † 26 Apr.
1918, Musk. Wilh. Reineking † 27. Apr. 1918, Musk. Jur. Rei-
neking † 7. Mai 1918, Grenad. Fried. Klöpping † 18. Mai
1918, Unteroff. Ernst Lüke † 22. Juli 1918, Serg. Fritz Böke
† 24. Aug. 1918, Musk. Heinr. Wessel † 30. Okt. 1918

Eigentümer*innen

Totenhofverein Jerxen.

zwischenzeitlich Stadt Detmold.

seit 2007 Friedhofsverein.

Literatur

Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014.

Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar

Burkhard Meier, Der Totenhof in Nienhagen wurde vor 150 Jahren eingerichtet. Zur Geschichte eines Baudenkmals, in: Heimatland Land Lippe, 87 (1994), S. 298-303.

Quellen

Weblinks

www.kriegerdenkmäler-in-lippe.de

Einzelnachweise

  1. Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar, S. 176.
  2. Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 127.
  3. Burkhard Meier, Der Totenhof in Nienhagen wurde vor 150 Jahren eingerichtet. Zur Geschichte eines Baudenkmals, in: Heimatland Land Lippe, 87 (1994), S. 298-303.
  4. Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 68 u. 127.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 14.07.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 14.07.2026 von Joachim Kleinmanns