Klüter Straße 44 (Jerxen-Orbke)

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Klüter Straße 44 (Jerxen-Orbke)
OrtsteilJerxen-Orbke
StraßeKlüter Straße (Jerxen-Orbke)
Hausnummer44
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeJerxen und Orbke
WohnplatzJerxen
Hausnummer054

Leibzuchtgebäude von 1792, seit 1891 selbständige Hausstätte Nr. 54.

Geschichte

Jerxen Nr. 54, ehem. Leibzucht des Hofes Nr. 2, erbaut 1792. Foto: Friedrich W. Pahmeier 1970 (LLB Detmold)

1792 als Leibzuchtgebäude des Hofes Beine errichtet und 1891 an Gottlieb Lütkehölter verkauft, der daraus die selbständige Hausstätte Nr. 54 machte.[1]

Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 4.3.2013, Nr. A692.

Gebäude

1792 [i] erbauter Vierständer-Fachwerkbau, Längsdielenhaus von 6 Fachen (7 Gebinden) Länge, Außenwände sind dreifach verriegelt, gegenläufigen Schwelle-Ständer-Streben an den Giebelseiten, Giebeldreiecke über Stichbalken zweifach vorkragend. Torgiebeldreieck senkrecht mit Eichenholz verbrettert, in der Giebelspitze quer, rückwärtige Giebelverbretterung aus Nadelholz. Die Torbogenkante mit Rundstab, unten zur Spirale gerollt. Beide Torständer mit Vasen, aus denen Blumen ranken die obere Blüte aus Stern bzw. Rose, die Kopfbänder des Torbogens ebenfalls mit Blumenranken beschnitzt. Vier Oberlichtfenster über dem des Sturzriegel, auf dem mittleren Stiel eine Rosette, links und rechts jeweils eine Vase mit Blütenranke. Tor später in das 2. Gebinde zurückversetzt. Querwand zum Kammerfach erhalten, ebenso Kopfbänder und Backsteinboden der Deele. Unter dem Kammerfach ein Teilkeller aus Bruchstein, halb eingetieft. Dachkonstruktion mit Kehl- und Hahnenbalkenlage, vier Hochsäulen in den Giebeln und an der Bodenluke im 3. Fach. Aussteifung in Längsrichtung durch kopfbandverstrebte Kehlbalkenunterzüge zwischen den Hochsäulen und angeblattete Streben. Aufzugsrolle am Verbindungsholz zwischen den paarig gesetzten Hochsäulen noch vorhanden. Bauzeitliche Dachlattung größtenteils erhalten. Dachfuß mit Unterrähm, von Knaggen gestützt. Satteldach mit dunklen Betondachsteinen. Jüngerere Anbau an der südwestlichen Traufseite.[2]

Inschriften

Ehem. Leibzucht Jerxen Nr. 2, erbaut 1792, Torbogen. Foto: Hans-Christian Schall 2009 (nhv-ahnenforschung.de)

Im Sturzriegel des Torbogens vierzeilige Inschrift in Flachschnitt:

IOHAN TÖNS MEIER VON DOL SEN UND ANNA SOFFIA LISABET MEIERS IN IERXEN / HABEN DIS HAUS LASEN BAUEN AUF GOT UND NICHT AUF MEINEN RATH WIL ICH MEIN GLÜCKE BAUEN U / DEM DER MICH ERSCHAFEN HAT MIT GANZER SELE TRAUEN ER DER DIE WELT ALMÄCHTIG HÄLT WIRD / MICH IN MEINEN TAGEN ALS GOT / UND VATER TRAGEN D 27 JULI / M I HTK / 1792

Der Spruch gibt den ersten Vers eines bekannten Kirchenliedes von Christian Fürchtegott Gellert (1715-69) wieder. Der Erbauer Johann Töns Meier von Dolsen (zu Döldissen) bei Leopoldshöhe war ein Interimswirt durch Einheirat.

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1891 Gottlieb Lütkehölter.[3]

1901 Gottlieb Lütkehölter, Landwirt.[4]

1924 Friedrich Roog (* 4.3.1885); Amalie Roog gr. Sprick (* 21.4.1887); Heinrich Sprick (18.9.1858); Elise Sprick (22.9.1849); Fride Bogutt (* 20.12.1904).[5]

1926 Friedrich Roog, Landwirt; Heinrich Sprick, Leibzüchter.[6] Das Ehepaar Roog kam bei einem Verkehrsunfall vor dem Gasthaus "Belfort" ums Leben.[7]

Literatur

Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 199.
  2. Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.
  3. Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 199.
  4. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 265
  5. Stimmliste Amtsbezirk Lage, nach Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 98.
  6. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 265
  7. Annette Heuwinkel-Otter/Wolfgang Schwesig, Ein Dorf schreibt Geschichte. Jerxen-Orbke in Lippe, Detmold 2014, S. 98.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 24.06.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 25.07.2026 von Heinrich Stiewe