Ostertor-Wall 22 (Lemgo)
| Ostertor-Wall 22 (Lemgo) | |
|---|---|
| Ortsteil | Lemgo (Kernstadt) |
| Straße | Ostertor-Wall (Lemgo) |
| Hausnummer | 22 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Nein |
Ein Wohnhaus in klassizistischen Neubarockformen, erbaut 1925/27. Eintragung in die Denkmalakte der Stadt Lemgo im Jahr 2000.
Geschichte
Dieses Wohnhaus in klassizistischen Neubarockformen wurde um 1925/27 für den Kaufmann Josef Wiese nach einem Entwurf des Lemgoer Architekten Ernst Pethig erbaut.
Gebäude
Bei dem Gebäude handelt es sich um einen eingeschossigen, verputzten Massivbau in der Art barocker Kavaliers- oder Wachthäuser (vgl. Schloß Wilhelmstal bei Kassel, Jagdschloß Clemenswerth oder die Wachthäuser am Neutor in Münster). Das Haus besitzt einen hohen Sockel, sowie ein hohlpfannengedecktes Mansarddach. Vor der Mitte der nach Nordosten zum Wall gewendeten Hauptfassade ist eine Trempelfront mit vier Pfeilern, Gebälk und Dreieckgiebel, sowie einem darin verbauten hoch-ovalen Okulus zu sehen. Vor der Mittelachse steht eine dreiseitige Freitreppe, die zur Haustür führt.
Hinter den seitlichen Interkolumnien befinden sich schmale Fenster. In den Seitenteilen der Fassade ist je ein Sprossenfenster in breiten, tafelartig vorgesetzten Wandfeldern vorhanden, die sich an den anderen Fassaden wiederholen. Über den Fenstern, neben dem Giebeldreieck, finden sich flach übergiebelte Gauben.
Die Seitenfassaden des Hauses sind asymmetrisch gegliedert; nach Südosten drei Fenster, nach Südwesten nur eines und ein flach abgewalmtes Vordach auf Pfeilern über der äußeren Kellertreppe. An der Rückseite springt in der Mitte der Wintergarten kräftig vor; davor befindet sich eine zweiläufige Gartenfreitreppe, darüber wiederum ein Balkon und dreiachsiges Zwerchhaus mit Lisenengliederung und korbbogigem Giebelabschluß.
In den kantigen, harten Formen der vereinfachten architektonischen Gliederung (Pfeilerbasen und -kapitelle, schräggekehlter Gebälkfries, Gesimsprofil) übernimmt der Bau chrakteristische Einzelformen der gleichzeitigen expressionistischen Architektur der zwanziger Jahre. Die Ausführung weicht in vielen Details von der reicheren, zur Baugenehmigung vorgelegten Planung ab, die auch eine kräftige farbliche Differenzierung von Wandrelief und Gliederung vorsah. Fenster, Haustür und Zimmertüren des Hauptkörpers sowie die Treppe zum Obergerschoß sind noch im original erhalten. Die Fenster des Wintergartens und die Gartenfreitreppe inklusive der Geländer erneuert wurden hingegen erneuert, sowie die Bad- und WC Einbauten in den 1970er Jahren umgestaltet.
Inschriften
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
Literatur
Quellen
Denkmalliste der Stadt Lemgo, Nr. A 393.
Weblinks
Einzelnachweise
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 08.05.2026 von Nils Lienenlüke
Letzte Änderung am: 08.05.2026 von Nils Lienenlüke