Heidensche Straße 292 (Heiden)

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Heidensche Straße 292 (Heiden)
OrtsteilHeiden
StraßeHeidensche Straße (Heiden)
Hausnummer292
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHeiden
Straße./.
Hausnummer021


Die Hofstelle früher Moritz, heute Gruttmann in Heiden hatte ehemals die Nr. 21.

Geschichte

Die Hausstätte Heidensche Straße 294 / (bis 1970) Lagesche Straße 13 / Heiden Nr. 21, der Hof Gruttmann, früher Moritz in Heiden liegt südlich der Heidenschen Straße auf einem geneigten Gelände und hat außer der Zuwegung von der Heidenschen Straße auch an der Südseite eine Zufahrt vom Niedernkamp. Ein kleines namenloses Gewässer verläuft direkt östlich an den Gebäuden der Hofstelle vorbei weiter in Richtung Mühlengraben.

Der Hof Johann Cord Moritz in Heiden Nr. 21 gehört zu der Gruppe von 11 Höfen und Stätten, die in Heiden in der Ausbauphase bis ca. 1475, in der spätmittelterlichen Ausbauperiode entstanden. [1] (Hüls, Heiden in Lippe, S. 123 ff ) Der Hof lag damals am westlichen Rand der kleinen dörflichen Siedlung. Das Landschatzregister von 1568 weist in der Liste der 29 Hofstellen in Heiden einen Slinck Hannß aus, der gemäß Hüls auf dem Hof ansässig ist, welcher im Jahre 1728 nach Friemel dem Johann Cord Moritz Nr. 21 gehört. Im Jahre 1647 gegen Ende des 30-jährigen Krieges wird in Heiden nur der Hof von Schlinkmann (Moritz Nr. 21) als wüst liegend angezeigt.

Zu Beginn des 19. Jahrhundert gehört zum Hof Moritz Nr. 21 noch ein Huderecht auf der Sülterheide. Bei der 1828 vereinbarten Teilung der Hude erhalten die beteiligten sieben Hudegenossen jeweils einen Anteil der Hude als Privateigentum, so auch Moritz Nr. 21. Weitere Ackerflächen erwirbt Moritz 1861 aus der Aufteilung der Flächen der ehemaligen Hofstelle Brüning Nr. 5 (ab 1861 Kolonat Walter, Heiden Nr. 5).

Gebäude

Das Haupthaus ist ein Vierständer-Fachwerkbau von 1840 mit Satteldach und einem Deelentor nach Süden zur Hofseite. Die Torständer sind mit Schmuckelementen verziert und der Torbogen trägt unter der Haus-Nr. 21 eine umfangreiche Inschrift sowie das Baudatum des 27. Juni 1840. Aus einer weitern Inschrift in dem unteren Deckenbalken in der Giebelfront wird ersichtlich, dass das Gebäude im April 1848 abgebrannt ist und im Juni des gleichen Jahres wieder aufgebaut wurde. („Abgebrannt am 19ten April und wieder aufgebaut am 17ten Juni 1848“)

Der Südgiebel des Hauses sowie auch die Deele im Inneren sind 2020 umfassend renoviert und mit neuem Anstrich versehen worden.

An beiden Traufseiten bestehen Anbauten aus Ziegelsteinmauerwerk mit Satteldach, der zweigeschossige Anbau an der Ostseite wurde zur Erweiterung der Wohnfläche im Haus etwa Ende des 19. Jahrhundert errichtet. Hier schließt sich ein schmaler Anbau nach Süden an bis zum früheren Leibzuchtgebäude. An der Westseite der Hofstelle besteht eine Scheunenüberdachung, womit ein vierseitig umschlossener innerer Hofplatz entstand. Der landwirtschaftliche Betrieb des ehemaligen Hofes Heiden Nr. 21 wurde 2015 eingestellt.

Heidensche Str. 294, Foto Lothar Kaup 2018

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1901[2] Moritz, Fritz, Landwirth; Kerkhof, Hermann, Ziegler; Koppsieker, Hermann, Ziegler

1926[3] Moritz, Fritz, Landwirt; Kramer, Wilhelm, Arbeiter; Sieweke, Adolf, Ziegler und Hausschlachter; Obermann, Gottlieb, Ziegler

Literatur

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar S.126 ff
  2. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat S.258
  3. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat S.732

Autor*innen

Lothar Kaup

Seitenhistorie

Seite erstellt am 27.01.2026 von Lothar Kaup

Letzte Änderung am: 27.01.2026 von Lothar Kaup